11 Tips um Karies zu verhindern


11 Tips zur Verhinderung von Karies

Karies ist eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten in der westlichen Welt und kann äußerst unangenehm sein. Die Behandlung ist nicht nur schmerzhaft sondern unter Umständen auch teuer, daher sollten Sie alles daran setzen Ihre Zähne zu schützen.

Wie kann ich meine Zähne optimal vor Karies schützen? Der wichtigste Baustein ist sicherlich die regelmäßige Mundhygiene. Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste, Zahnseide und Mundspüllösungen sollten täglicher Bestandteil sein. In Kombination mit halbjährlichen Kontrolluntersuchungen und Zahnreinigung sind Sie gut aufgestellt. Optimieren Sie dazu noch Ihre Ernährung und Fluoridaufnahme.

In diesem Artikel wird Ihnen ausführlich erklärt, wie Sie Karies vermeiden können.

Was ist Karies?

Karies ist auch unter den Synonymen Zahnfäule und Zahnkaries bekannt. Einige Bakterien verursachen diese weit verbreitete Erkrankung. Sie befinden sich meisten schon ab der Kindheit in der Mundhöhle und werden durch die Zahnplaque ernährt. Sie benötigen für ihren Fortbestand Kohlenhydrate. Im Umkehrschluss dazu scheiden sie Säuren aus, die den Zahnschmelz angreifen. Sie lösen Mineralstoffe wie Kalzium heraus, was den Zahn schwächt. Zahnärzte sprechen bei diesem Vorgang von einer Demineralisation. Nach einer gewissen Zeit bilden sich auf diese Weise Löcher in den Zähnen. Wenn sie lange unbemerkt bleiben, breiten sie sich in das Zahninnere aus.

Karies entsteht nicht nur durch einen hohen Zuckerkonsum, sondern auch durch eine kohlenhydratreiche Ernährung. Fälschlicherweise ist sich eine große Mehrheit nicht darüber im Klaren, welche weiteren Lebensmittel ebenso den Zahnschmelz angreifen. Äpfel und andere Früchte können ebenso Karies verursachen. Das liegt an der Säure, welche dieses Obst enthält. Zuckerhaltige Getränke sowie gesüßte Tees schaden ebenfalls den Zähnen.

Wie lässt sich Karies vermeiden?

1. Mundhygiene optimieren

Eine gute Mundhygiene wirkt als vorbeugende Maßnahme gegen Zahnkaries. Deshalb sollten Sie Ihre Zähne mindestens zwei bis drei Mal täglich putzen. Allerdings schafft es eine große Mehrheit berufsbedingt nicht, sich drei Mal am Tag die Zähne zu reinigen. Darin liegt oft die Entstehungsursache von Zahnkaries. Nach dem Mittagessen bleiben die Essensreste und Beläge viel zu lange an Zähnen, ehe Sie dazu kommen, diese wegzuputzen. Deshalb lohnt sich das Mitführen von Einmalzahnbürsten. Diese ermöglichen Ihnen, Ihrer Mundhygiene ebenso zwischendurch oder in der Arbeit nachzukommen.

2. Zahnseide

Mundspülung sowie Zahnseide gehören zu den unverzichtbaren Pflegeritualen, welche einer Entstehung von Karies entgegenwirken. Schließlich reinigt die Zahnseide auch die, für die Zahnbürste, schwer zugänglichen Zahnzwischenräume. Wenn Sie auf Zahnseide verzichten, so lassen sie 43% der Zahnoberflächen komplett aus. Falls Sie sich informieren wollen, wie Zahnseide richtig genutzt wird schauen Sie sich diesen Artikel an.

3. Mundspülungen

Mundspülungen senken die Anzahl Bakterien, die Plaque verursachen effektiv. Benutzen Sie daher einmal täglich abends vor dem Schlafen eine Mundspülung. Dabei können Sie zum Beispiel auf Chlorhexidinpräparate oder andere Lösungen zurückgreifen

4. Zungenreiniger

In den vergangenen Jahren haben sich Zungenreiniger als wertvolle, ergänzende Mundhygienewerkzeuge bewährt. Schließlich tummeln sich gerade auf der Zunge Bakterien, die sowohl unangenehme Gerüche verbreiten als auch Karies verursachen. Zungenreiniger schaben die Schädlinge mühe- und schmerzlos ab. Bakterien auf der Zunge sind eine der Hauptgründe für Mundgeruch.

5. Ölziehen

Mittlerweile erfreuen sich desgleichen Öle einer steigenden Beliebtheit. Sie bringen die Mundflora in ihr natürliches Gleichgewicht. Ferner sagen sie kariesverursachenden Bakterien den Kampf an. Darüber hinaus entgiften Öle den Körper und stärken damit das Immunsystem sowie die Mundflora. Karies hat somit kein leichtes Spiel, bei Ihnen, wenn Sie einmal täglich nach dem aufstehen Ölziehen.

6. Professionelle Zahnreinigung

Professionelle Zahnreinigungen beim Zahnarzt gehören ebenfalls zu den effektiven Methoden, welche die Entstehungsursache von Karies minimieren. Bei dieser ausgiebigen Reinigung entfernt der Profi Zahnstein, Zahnbelag und reinigt intensiv die Zahnzwischenräume. Außerdem schützt er den Zahnschmelz mit einer speziellen Lacken, die unmittelbar den Zahnschmelz stärken. Die professionelle Zahnreinigung leistet einen wichtigen Beitrag zu Ihrer Kariesprophylaxe.

7. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Zwei Mal im Jahr sollten Sie sich auf den Weg zu Ihrem Zahnarzt begeben. Dieser entdeckt Karies mit seinem geschulten Auge bereits im Anfangsstadium. Außerdem kann er mithilfe eines Röntgenbildes feststellen, ob der Zahnschmelz an Stellen angegriffen ist, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt gehören zu einer verantwortungsvollen Kariesprophylaxe. Sie können Ihnen viel Schmerzen ersparen. Des Weiteren bieten alle gesetzlichen Krankenversicherungen ein Bonusheft an. In diesem vermerkt ihr Arzt die Daten Ihrer Vorsorgeuntersuchungen. Somit können Sie im Notfall, falls eine größere Behandlung ansteht, das Bonusheft bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Indem Sie beweisen, wie ernst Sie die Vorsorgeuntersuchungen genommen haben, profitieren Sie von einer Bezuschussung Ihrer Krankenversicherung bei der jeweiligen Behandlung.

8. Fluoridprophylaxe

Fluoridierung bezieht sich auf die Zugabe von Fluorid in bestimmten Kosmetika und Nahrungsmitteln. Zahnpasta, Zahngele sowie Mundspülungen enthalt Fluorid als Zusatz. Dieser Stoff befindet sich ebenso in Lebensmitteln wie Salz, Milch und Wasser. Die Kariesprophylaxe stellt den Grund für die Fluoridzugabe dar. Wissenschaftliche Berichte belegen die Wirkung von Fluoriden. Fluorid ersetzt beispielsweise das herausgelöste Calcium und „repariert“ so gewissermaßen den Schmelz.

Wenn Sie Ihre Zahnhygiene mithilfe fluoridhaltiger Produkte praktizieren, reduzieren Sie das Risiko, an Karies zu erkranken. Mundspülungen, die Fluorid enthalten, beugen ebenso der Kariesentstehung vor. Allerdings sollten die fluoridhaltigen Zahnpflegeprodukte nicht geschluckt werden. Außerdem sollten Sie darauf achten, eine nicht zu hohe Menge von Fluorid einzunehmen. Somit raten Zahnärzte davon ab, Fluoridtabletten sowie Lebensmittel, die den Stoff enthalten, in zu hohem Maßen zu konsumieren.

9. Ernährung optimieren

An erster Stelle sollten Sie zucker- sowie säurehaltige Lebensmittel einschränken. Diese greifen den Zahnschmelz an. Sie begünstigen die Entstehung der gefürchteten Zahnfäule. Selbstverständlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, komplett auf Süßigkeiten zu verzichten. Stattdessen sollten Sie diese nicht über den Tag verteilt immer wieder genießen. Damit liefern Sie den Kariesbakterien regelmäßig einen Nachschub. Nehmen Sie stattdessen einmal am Tag bewusst etwas Süßes zu sich. Putzen Sie sich etwa eine halbe Stunde später die Zähne.

Stilles Wasser wirkt ebenso als effektives Lebensmittel gegen Karies. Schließlich neutralisiert es den PH-Wert in der Mundhöhle. Bissharte Nahrungsmittel trainieren nicht nur Ihre Kaumuskeln, sondern regen ebenso Ihre Speichelproduktion an. Dieser enthält wertvolle Stoffe, welche der Kariesbildung entgegenwirken. Sie sollte jedoch nicht stark säurehaltig sein. Äpfel, Tomaten oder frisch gepresste Zitronen enthalten eine hohe Menge an Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Selbstverständlich sollen Sie nicht auf diese Lebensmittel verzichten, denn Obst beinhaltet eine Reihe gesunder Stoffe.

Milchprodukte enthalten Kalzium. Dieses ist für die Mineralisierung des Zahnschmelzes unverzichtbar. Erdnüsse, Mandeln, Cashewnüsse sowie Kleie fungieren als gesunde Nahrungsmittel die Ihren Zähnen nicht schaden.

Nahrungsmittel, die Ballaststoffe enthalten, fördern zudem Ihre Darmgesundheit. Ihr Darm ist eng mit Ihrer Mundflora verbunden. Wenn Sie diesen gesund halten, profitieren auch Ihre Zähne langfristig davon.

10. Geeignete Zahnpasta

Zahncremes, die Fluorid enthalten, wirken der Kariesentstehung entgegen. Allerdings existieren zahlreiche, weitere Produkte, welche der Zahnkaries effektiv entgegenwirken. Dazu gehören alle Produkte, die Fluorid enthalten. Dieses ist in der Lage, kleine Schäden zu reparieren. Minimale Defekte, die sich noch an Ihrer Zahnoberfläche befinden, werden oberflächlich wieder aufgefüllt. Dieser Prozess wird als Demineralisation bezeichnet. Karies kann sich dadurch nicht weiterverbreiten und Folgeschäden anrichten. Die so hergestellte Schutzschicht erzielt eine antibakterielle Wirkung.

11. Weiterbildung

Bilden Sie sich im Bereich Ihrer Mundgesundheit fort, sodass Sie Probleme rechtzeitig erkennen:

Wie schnell schreitet Karies voran?

Um die Schnelligkeit der Kariesverbreitung zu verstehen, ist eine grobe Einteilung der damit verbundenen Phasen erforderlich. Am Anfang handelt es sich um eine Initialkaries. In diesem Prozess beginnt die Demineralisierung des Zahnschmelzes. Sie macht sich durch weiße Punkte bemerkbar. Nach einer gewissen Zeit verfärben sich diese braun. Hier kann eine Fluoridbehandlung Abhilfe schaffen und das Voranschreiten effektiv stoppen.

Wenn die Initialkaries nicht behandelt wird, entwickelt sich die zunächst die Schmelzkaries und später die Dentinkaries. Dadurch entsteht ein Loch.

Zunächst ist der Zahnschmelz befallen, wenn weiterhin nicht behandelt wird dringen die Bakterien ins Dentin ein. Dieser ist schmerzempfindlich. In diesem Stadium greift hoffentlich der Zahnarzt zum Bohrer, um die voranschreitende Kariesausbreitung zu unterbinden. Da sich Zahnschmelz nicht von selbst regeneriert, versiegelt der Zahnarzt das saubere Loch.

Wird die Schmelzkaries nicht entfernt, bildet sich eine tiefe Zahnkaries, welche bis zum Zahnmark vordringen kann. In diesem Fall hilft nur noch eine Wurzelbehandlung. Nur so kann der Dentist den entzündeten Zahn reparieren. Sollte es bei Ihnen schon so weit gekommen sein, lesen Sie sich gerne unseren Artikel zum Thema Wurzelbehandlungen durch.

Der Prozess der Ausbreitung vom Zahnschmelz zum Dentin dauert mehrere Wochen. Wenn diese Phase beendet ist, geht es schonungslos zum Zahnnerv.

Allerdings hängt das Voranschreiten der Kariesverbreitung von Ihrer Lebensweise ab. Wenn Sie überwiegend zucker- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel sowie gezuckerte Getränke konsumieren, beschleunigen Sie die Kariesverbreitung um ein Vielfaches. Gehören Sie hingegen zu denjenigen, die auf ballaststoffreiche Ernährung sowie ungezuckerte Getränke setzen, verlangsamen Sie den Prozess effektiv. Deshalb sind die zahnärztlichen Kontrollen von großer Bedeutung.

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Verfärbung und Karies?

Verfärbungen deuten keineswegs automatisch auf Karies hin. Zahlreiche Lebens- und Getränkemittel, wie Kaffee verursachen braune Flecken. Zahnbelag und Zahnstein verursacht Verfärbungen. Allerdings ist es nicht einfach den Unterschied zwischen einer Verfärbung und Karies zu erkennen. Zahnärzte wenden hierfür unterschiedliche Methoden an, um sicherzugehen, die Zahnfäule nicht zu übersehen. Außerdem machen sie Röntgenbilder, um auch die Zahnzwischenräume zu überprüfen.

Braune Flecken, welche sich an den Frontzähnen befinden, sind häufig Verfärbungen. Sie kommen durch koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee oder Coca-Cola zustande. In der Regel sind diese ungefährlich. Sie stellen lediglich ein kosmetisches Problem dar. Des Weiteren verursachen manche Mundspülungen ebenso braune Flecken auf den Zähnen. Allerdings klärt die Frage nach dem Unterschied lediglich der Zahnarzt.

Im Gegensatz zu Karies verursachen die unschönen Verfärbungen keine Schmerzen.



Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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