13 Ursachen für Zahnschmerzen & was Sie dagegen tun können


13 Gründe für Zahnschmerzen und was SIe dagegen tun können groß

Zahnschmerzen sind extrem lästig und je nach Stärke kaum zu ertragen. Meistens kommen Sie in den unpassendsten Situationen und können einen fast in den Wahnsinn treiben. Je nach Ausprägung der Zahnschmerzen ist der Gang zum Zahnarzt unvermeidbar. Dennoch ist es ebenfalls hilfreich, wenn Sie sich selber über die möglichen Szenarien im Vorfeld informieren.

Was können Ursachen für Zahnschmerzen sein? Es gibt verschiedenste Gründe für Zahnschmerzen. Der klassische Grund ist ein Loch im Zahn, also Karies. Entzündungen des Zahnnervs oder des Kieferknochens aber auch ein Abszess sind ebenfalls mögliche Ursachen. Deutlich häufiger können auch freiliegende Zahnhälse oder eine defekte Füllung im Zahn als Grund ausgemacht werden. Allerdings können Schmerzen von den Zähnen auch von anderen Strukturen im Kopf-Hals Bereich ausgelöst werden, wie zum Beispiel eine Entzündung in der Kieferhöhle oder eine Trigeminusneuralgie.

Im folgenden Artikel werden die häufigsten Gründe für Zahnschmerzen aufgelistet und Ihnen erklärt. Diese Erklärungen können als Hilfestellung dienen, ersetzen allerdings nicht die individuelle Untersuchung beim Zahnarzt. Auch legt der nachfolgende Beitrag keinen Wert auf absolute Vollständigkeit.

1. Loch im Zahn – Karies

Mehrere Stellen mit Karies
Der Patient leidet unter mehreren Löchern in den Zähnen, die behandelt werden sollten.

Die wohl häufigste Ursache für Zahnschmerzen ist das klassische Loch im Zahn. Die Zahnkaries, früher als Zahnfäule bekannt, imponiert im Zahn als schwarzes Loch. Die Ursache sind Bakterien, die sich in den Zahnbelägen befinden. Wenn die Zähne nicht sauber gehalten werden, können diese Bakterien aus Zucker Säure bilden, die die Zahnhartsubstanz auflöst.
Vier Risikofaktoren gilt es zu minimieren:
Durch schlechte Mundhygiene bildet sich auf den Zähnen ein sogenannter Biofilm, der auch als Plaque bezeichnet wird. Diese Belege fühlen sich pelzig an und sind sehr bakterienreich. Wenn Sie die Bakterien durch ständigen Zuckerkonsum ausreichend mit Nährstoffen versorgen, produzieren Sie starke Säuren, die den Zahnschmelz auflösen. Der entscheidende letzte Faktor ist die Zeit. Wenn der beschrieben Zustand über längere Zeiträume aufrecht erhalten wird, dann kommt es zu Karies an den Zähnen.

Wann tut die Karies weh?

Karies an den Zähnen ist häufig über einen längeren Zeitraum symptomlos. Häufig merken Sie den Schmerz erst, wenn das Loch bereits bis zum Zahnnerven reicht, also sehr tief ist. In einem solchen Fall, muss eine Wurzelbehandlung erfolgen.
Dennoch reagieren Zähne gelegentlich empfindlich auf Karies, zum Beispiel beim Trinken oder Essen. Insbesondere Temperaturveränderungen werden von Zähnen mit Karies oft schmerzhaft registriert.

Was sollte Sie tun?

Registrieren Sie ungewohnte Schmerzen an Ihren Zähnen? Sensible Zähne können auf ein Loch hindeuten, ähnlich wie auch Aufbissempfindlichkeit. Wenn Sie im Spiegel dunkle Verfärbungen erkennen können, müssen Sie unbedingt zum Zahnarzt. In allen diesen Fällen wird der Zahnarzt Röntgenbilder erstellen, um sicher zu gehen, dass keine Karies vorhanden ist. Röntgenaufnahmen in Form von sogenannten „Zahnfilmen“ zeigen auch die Bereiche zwischen den Zähnen, die mit dem Auge nicht einzusehen sind. Diese Art der Aufnahme wird „Bissflügelaufnahme“ genannt. Ab dem 16. – 18. Lebensjahr sollten alle 2 Jahre Röntgenkontrollbilder angefertigt werden.
Wenn eine Karies entdeckt wird, so wird diese mit einer Füllung oder einem Inlay versorgt. Das kann gut in örtlicher Betäubung erfolgen und verursacht keine Schmerzen.

2. Entzündung des Zahnnerves

Deutlich schmerzhafter als eine kleine Karies ist die Entzündung des Zahnnervens. Im Inneren des Zahnes befindet sich der Zahnnerv, auch als Zahnmark bezeichnet wird. Das Zahnmark besteht aus Nervenzellen, Blut- und Lymphgefäße, die den Zahn versorgen. Durch ein tiefes Loch im Zahn können Bakterien in die Nähe des Zahnnervens gelangen, den Nerv zerstören und eine Entzündung verursachen. Eine andere mögliche Ursache wäre eine sehr tiefe Füllung oder aber auch eine durch den Zahnarzt ausgelöste Entzündung.

Symptome der Zahnmarkentzündung

Eine akute Entzündung des Zahnnervens ist extrem schmerzhaft und wird auch Pulpitis genannt. Die betroffen Person verspürt einen großen Druck und stechenden dauerhaften Schmerz. Der Zahn ist stark temperaturempfindlich und in der Nacht sind die Schmerzen so unerträglich, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Ein häufiges Begleitsymptom ist die scheinbare Annahme der Zahn sei „zu hoch“. Die Pulpitis ist meistens nicht mehr umzukehren, sodass der betroffene Zahn behandelt werden muss.

Was Sie tun sollten!

Suchen Sie umgehend einen Zahnarzt auf. An Wochenenden oder Feiertagen ist der zahnärztliche Notdienst genau für diese Fälle verantwortlich. Der Zahnarzt muss den Zahn eröffnen und das entzündete oder bereits abgestorbene Nervgewebe entfernen. Anschließend muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden. Der Zahnarzt muss entscheiden ob ein Antibiotikum notwendig ist, oder ob Schmerzmittel ausreichen. In den ersten zwei bis drei Tagen nach der Eröffnung des Zahnes kann dieser noch empfindlich sein, das Beschwerdebild sollte aber nahezu unmittelbar nach der Behandlung deutlich besser werden.

3.Wurzelbehandelter Zahn mit Entzündung an der Wurzelspitze

„Mein Zahn ist ja schon wurzelbehandelt und somit tot, der kann ja nicht mehr wehtun“. Diese Aussage ist leider so nicht ganz richtig. Wurzelbehandelte Zähne sind zwar tatsächlich nicht mehr „vital“, da der Zahnnerv entfernt wurde, allerdings können auch diese Zähne noch schmerzen. In einigen Fällen sind Wurzelbehandlungen mit Misserfolg verbunden und die Entzündung an der Zahnwurzelspitze kommt wieder. Ein meist eitriger oder zystenartiger Prozess bildet sich um die Wurzel herum.

Was sind die Symptome?

Der Zahn wird meistens aufbissempfindlich oder tut dauerhaft weh. Leichte Schwellung und Rötungen am Zahnfleisch können auftreten. Der Zahn fühlt sich oft eher als Fremdkörper an und kann gelegentlich sogar leichte Lockerung zeigen. Nicht typisch für diese Situation sind Schmerzen auf kalte oder heiße Getränke.

Was sind die Möglichkeiten der Behandlung?

Der Zahnarzt kann mittels Röntgenbild schnell feststellen, ob ein entzündlicher Prozess an der Wurzelspitze lokalisiert ist. Wenn das der Fall ist stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

Wurzelspitzenkappung: Die Wurzelspitzenkappung oder Wurzelspitzenresektion ist ein operativer Eingriff, bei dem die Wurzelspitze des Zahnes entfernt wird. Während des Eingriffs wird die umgebene Entzündung mit entfernt. Dieser Eingriff hat eine Erfolgswahrscheinlichkeit von etwa 80%. Lesen Sie hier mehr über die Wurzelspitzenkappung.

Erneute Wurzelbehandlung: Ein erneuter Versuch der Wurzelbehandlung, genannt Revisionsbehandlung, kann je nach Ausprägung der Entzündung ebenfalls erfolgreich sein. Ist die Entzündung allerdings sehr groß, so ist von dieser Behandlung abzuraten. Meistens werden Revisionsbehandlungen von Spezialisten für Wurzelkanalbehandlungen durchgeführt, den sogenannten Endodontologen.

Zahnentfernung: Die letzte Möglichkeit ist die Zahnentfernung. Diese Option sollte gewählt werden, falls die anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder die Entzündung so ausgeprägt ist, dass zahnerhaltende Maßnahmen keinen Sinn machen würden.

Sonderfall: Zysten am Zahn oder im Kiefer

Sollte eine Entzündung über einen langen Zeitraum unbemerkt bleiben und nicht behandelt werden, so kann sich diese zu eine Zyste im Kiefer entwickeln. Zysten können eine beträchtliche Größe annehmen. Ursachen von Zysten können ebenfalls bereits wurzelbehandelte Zähne sein. Die Zysten müssen aus dem Kiefer entfernt werden und falls der Defekt sehr groß sein sollte, muss unter Umständen Knochenersatzmaterial eingelagert werden.

Schmerzen durch Entzündung am WUrzelbehandelten Zahn

4. Gebrochener Zahn

Wenn ein Zahn gebrochen ist, dann kann dieser starke Schmerzen verursachen. Ein Bruch des Zahnes wird auch als Zahnfraktur bezeichnet. Häufig sind Zähne die bei normalem Gebrauch brechen bereits vorher durch Füllungen, Karies oder Wurzelbehandlungen geschwächt. Das ein Zahn der völlig gesund ist, bei normalem Gebrauch frakturiert, ist eher selten. Eine andere mögliche Ursache wäre die Gewalteinwirkung durch einen Unfall oder Sturz.

Woran merken Sie das ein Zahn gebrochen ist?

Ein Zahn mit einer Fraktur tut häufig bei Belastung weh. Sobald Druck in Form von Kaubewegungen auf den Zahn wirkt, quält Sie ein oft stechender Schmerz. Das liegt daran, dass die Fragmente des Zahnes sich bei Belastung leicht bewegen.
Eine häufige Situation ist, dass ein Fragment zwar vom Zahn abgebrochen ist, allerdings noch am Zahnfleisch „hängt“. Dieses Fragment verursacht durch jede Bewegungen am Zahnfleisch schmerzen.

Wie kann das Problem gelöst werden?

Sie können zunächst selbst versuchen ein lockeres Zahnfragment zu entfernen. Nehmen Sie das Fragment anschließend mit zum Zahnarzt, unter Umständen kann es wieder befestigt werden.
Der Zahnarzt wird ebenfalls das frakturierte Zahnstückchen entfernen. Daraufhin kann beurteilt werden, wie die mögliche Weiterversorgung geplant werden kann.

Abgebrochene Zähne müssen in der Regel vom Zahnarzt überkront werden. Durch die Krone ist der Zahn wieder deutlich stabiler.

Der Zahn ist bis tief unter das Zahnfleisch abgebrochen: In den meisten Fällen müssen solche Zähne entfernt werden. Der Zahn kann tief unterhalb des Zahnfleischs nicht mehr gefasst werden, sodass eine Krone nicht mehr hergestellt werden kann. Der Zahn ist nicht erhaltungswürdig.

5. Vom Zahn ausgehender Abszess

Ein Abszess ist eine Eiteransammlung im Körper, die mit einer Schwellung einhergeht. Abszesse führen zur typischen „dicken Backe“ und sind sehr schmerzhaft. Der Abszess verursacht einen Spannungs- und Druckschmerz, die Wange ist warm und rot. Die Schwellung kann je nach Lokalisation so groß werden, dass das Auge oder andere Nachbarstrukturen zuschwellen und wird schnell auch für Ihren Allgemeinzustand gefährlich. Ein Abszess ist ein Notfall, der so schnell wie möglich behandelt werden muss.

Wieso bildet sich ein Abszess?

Ein Abszess wird meistens durch eine unbehandelte Entzündung am Zahn oder Zahnfleisch ausgelöst. Kleinere Entzündungen an den Zähnen bleiben oft über einen großen Zeitraum unentdeckt, da Sie wenig Symptome auslösen. Sollten dann allerdings zusätzliche Belastungen für das Immunsystem, wie beispielsweise eine Grippe auftreten, so kann diese vermeintlich harmlose Entzündung nicht mehr vom Körper kontrolliert werden.
Abszesse bilden sich also häufig, wenn der Körper es nicht mehr schafft chronische Entzündungen zu unterdrücken.

Behandlung von Abszessen

Das Ziel bei der Behandlung von Abszessen besteht darin, den angesammelten Eiter abfließen zu lassen. Der Zahnarzt setzt zu einem Schnitt am höchsten Punkt der Schwellung an. Dieser Schnitt kann in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Im Anschluss sollte ein Antibiotikum für mehrere Tage eingenommen werden. Wenn die akute Situation überstanden ist, so muss im Anschluss die Ursache, die für den Abszess verantwortlich war behandelt werden. In der Regel ist das die Zahnentfernung.

Sonderfall: Es gibt Abszesse, die durch einen Schnitt im Mund nicht erreicht werden können. Um diese sogenannten Logenabszesse zu therapieren, muss der Schnitt außerhalb des Mundes erfolgen. Diese Behandlung kann nur in Narkose durchgeführt werden und ist mit einem stationären Aufenthalt verbunden.

6. Zahnschmerzen durch freiliegende Zahnhälse

Freiligender Zahnhals
Am vom Patienten aus gesehene linken Schneidezahn liegt der Zahnahls frei.

Als Zahnhals wird der Bereich des Zahnes bezeichnet, der sich unmittelbar unterhalb der klinischen Krone befindet. Normalerweise ist dieser Bereich des Zahnes mit Zahnfleisch bedeckt und dadurch vor mechanischen, physikalischen und chemischen Einflüssen geschützt. Durch die falsche Putztechnik, dass horizontale Schrubben mit viel zu viel Druck, wird das Zahnfleisch verdrängt und der empfindliche Zahnhalsbereich liegt frei. Eine weitere Ursache ist die Parodontitis, bei der sich durch Entzündung des Zahnhalteapparats das Zahnfleisch und der Kieferknochen soweit zurückziehen, bis auch in diesem Fall der Zahnhals freiliegt. Falls Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Zahnhälse besser schützen, haben wir hier für Sie einen seperaten Artikel verfasst.

Beschwerden bei freiliegenden Zahnhälsen

Der freiliegende Zahnhals ist nicht von Schmelz überzogen und daher sehr empfindlich. Häufig werden durch die falsche Putztechnik sogar Defekte in den Zahnschmelz hineingeputzt. Im Zahnbein (Dentin) befinden sich dünne Kanälchen, in denen Nervenstränge verlaufen. Diese reagieren sehr empfindlich auf kalte oder warme Temperaturen. Daher wird der klassische Schmerz bei freiliegenden Zahnhälsen beim Konsumieren kalter Getränke oder Speisen ausgelöst. Je ausgeprägter die Defekte sind, umso empfindlicher werden die Zähne. Personen mit dem beschriebenen Beschwerdebild vermeiden häufig viele Lebensmittel, was mit einer sinkenden Lebensqualität einhergeht.

Wie können freiliegende Zahnhälse behandelt werden?

Was Sie selber tun können:

  • Sie sollten ihre Putztechnik verändern. Steigen Sie, falls noch nicht getan, auf eine elektrische Zahnbürste um, die die Putzbewegungen für Sie übernimmt. Die elektrische Zahnbürste hat außerdem einen Drucksensor eingebaut, sodass Sie nicht zu viel Druck auf die Zähne und das Zahnfleisch ausüben können.
  • Verbessern Sie ihre Mundhygiene: Optimieren Sie Ihre Mundhygiene, indem Sie zweimal täglich Zähne putzen, Zahnseide benutzen und Mundspülungen anwenden.
  • Es gibt speziell für empfindliche Zahnhälse entwickelte Zahnpasta. Die bekannteste ist die „Elmex Sensitive“, die die freiliegenden Dentinkanälchen abdecken.

Was der Zahnarzt macht:

  • Der Zahnarzt hat speziellen Fluoridlack in der Praxis, mit dem er die Dentinkanälchen versiegelt.
  • Sollte der Defekt etwas ausgeprägter sein, kann dieser mittels einer Kunststofffüllung aufgefüllt werden. Der Kunststoff versiegelt ebenfalls die offenen Kanäle.
  • Sollten an einzelnen Stellen das Zahnfleisch stark zurückgedrängt worden sein und keine Parodontitis bestehen, so kann Zahnfleisch transplantiert werden.
  • Der Zahnnerv im Inneren des Zahnes kann mittels einer Wurzelbehandlung entfernt werden. Der Zahn ist daraufhin unempfindlich. Diese Methode sollte als letzte mögliche Option gewählt werden.
  • Durch einer Krone kann der Zahn gefasst werden und so der freiliegende Zahnhals verdeckt werden.

7. Fehlender Zahnschmelz

Zahnschmerzen ausgelöst durch Schmelzverlust

Der Schmelz ist die härteste Substanz des Körpers und umgibt den Zahn wie eine schützende Hülle. So kann verhindert werden, dass die empfindlichen Bereiche des Zahnes wie das Dentin und der Zahnnerv, chemischen und physikalischen Noxen ausgesetzt sind. Der Schmelz ist im Gegensatz zum Dentin absolut schmerzunempfindlich, da er nicht von Nervenfasern durchzogen ist.

Ursachen für den Verlust des Zahnschmelzes

Der Verlust des Schmelzes kann verschiedene Ursachen haben. Menschen die stark mit den Zähnen knirschen, reiben sich die Schmelzschicht der Zähne regelrecht ab.
Eine andere Ursache können starke Säuren sein, die den Zahnschmelz abtragen. Daher sollten Sie Fruchtsäfte, Softgetränke und Energy Drinks vermeiden um sogenannte Erosionen zu verhindern. Auch Krankheiten wie Bulimie, bei der durch Erbrechen ständig Magensäure an die Zähne gelangt, sind typisch für starken Schmelzverlust.
Die Symptome sind sehr empfindliche Zähne, die auf Kälte und Wärme überreagieren.

Behandlung durch den Zahnarzt

Sie selber sollten versuchen Schmelzdefekte zu verhindern. Lassen Sie sich eine Knirscheschiene anfertigen, die die Zähne nachts schützt. Vermeiden Sie die oben angesprochenen Getränke. Im schlimmsten Fall muss der Zahnarzt die betroffenen Zähne mit einer schützenden Krone versorgen.

8. Zahnschmerz als Folge von Erkältung

Zahnschmerzen können auch von den anatomischen Nachbarstrukturen ausgelöst werden. Die Kieferhöhle befindet sich unmittelbar oberhalb der Oberkieferzähne. Gelegentlich ragen die Wurzeln der Backenzähne sogar in die Kieferhöhle hinein. Als Folge einer Erkältung kommt es häufig auch zur Kieferhöhlenentzündung, der sogenannten Sinusitis. Die typischen Symptome der Sinusitis sind Druckschmerz, Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase, gelegentlich Fieber und auch Zahnschmerzen. Die Zahnschmerzen können entweder dauerhaft oder auch nur beim Kauen auftreten. Immer wenn sie im Seitenzahnbereich des Oberkiefers Zahnschmerzen haben, überlegen Sie sich ob Sie grade eine Erkältung hatten. Häufig schmerzen die Zähne noch Tage nach Abklingen der anderen Symptome.

Behandlung der Sinusitis

Sie können entweder den Hausarzt oder einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Mittel der Wahl bei Sinusitis sind die folgenden:

  • Kortinsonhaltige Nasensprays oder abschwellende Nasentropfen
  • Vermeiden körperlicher Anstrengung
  • Spülen der Kieferhöhle
  • Inhalation von Salzlösungen
  • Antibiotika

Nach Abklingen der Symptome und Besserung der Krankheit verschwinden auch die Zahnschmerzen. Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie die Zähne zusätzlich vom Zahnarzt kontrollieren. Dies gilt insbesondere wenn die letzte Routinekontrolle bereits länger her ist.

9. Kiefergelenk und Kaumuskulatur

Kiefergelenks und Kaumuskelbeschwerden

Zahnschmerzen können ebenfalls vom Kiefergelenk oder der Kaumuskulatur ausgelöst werden. Das Kiefergelenk ist ein sensibles Gelenk, dass auf Veränderungen sehr empfindlich reagieren kann. Die typischen Symptome die auftreten sind Verspannungen der Kaumuskulatur und Schmerzen beim Kauen, die bis ins Ohr hinein ziehen. Die Schmerzen strahlen häufig auf die Zähne aus, sodass Patienten oft unklare Schmerzen im Gesichtsbereich haben, die keinem Zahn eindeutig zugeordnet werden können.

Ursachen für die Beschwerden

Häufig treten Probleme mit dem Kiefergelenk auf, nachdem neuer Zahnersatz hergestellt worden ist. Die Veränderung des Bisses wird auf das Gelenk übertragen. Sollte der Biss zum Beispiel zu hoch sein, so führt das zu Verspannungen in der Kaumuskulatur, die sich bis in den Nacken und Rücken ausbreiten können.
Sollten im Gebiss Zahnlücken entstehen, so verändert sich die Abstützung der Kiefer zueinander. Zahnlücken sind daher nicht sinnvoll und sollten nicht belassen werden, auch wenn sie auf den ersten Blick „nicht stören“.
Eine weitere Ursache ist das nächtliche Knirschen und Pressen in Folge von psychischem Stress. Der Stress wird in der Nacht über diesen Mechanismus des Körpers abgebaut und führt zu Problemen im Kiefergelenk und den Kaumuskeln.

Behandlung der Problematik

Lassen Sie zunächst alle Zahnlücken mit funktionell gutem Zahnersatz versorgen. Lassen Sie Füllungen und Kronen bezüglich der Höhe kontrollieren.
Der Zahnarzt stellt Ihnen eine Knirscheschiene für die Nacht her, die als „Puffer“ zwischen den Zahnreihen dient. Zusätzlich können die Kaumuskeln mittels Physiotherapie behandelt werden. Je nachdem wie ausgeprägt die Problematik ist, könnte die Massagen auch im Nacken und Schulterbereich notwendig sein.
Sollte das alles zu keinem zufriedenstellenden Erfolg führen, so können bewegte Kiefergelenksaufnahmen gemacht werden, bei denen die Probleme noch genauer analysiert werden. Eine Operation des Kiefergelenks sollte die letzte mögliche Option sein. Außer in ganz seltenen Fällen ist von einer Operation eher abzuraten.

10. Nicht mehr funktionsfähiger Zahnersatz

Älterer Zahnersatz, der der dauerhaften Kaubelastung nicht mehr standgehalten hat, ist möglicherweise nicht mehr funktionsfähig. Durch Risse oder Spalten die zwischen dem Zahnersatz und dem Zahn entstehen, können Speichel und Bakterien eindringen. Ein sehr häufiger Fall ist die Spaltbildung zwischen Kunststofffüllung und Zahn. Bei jeder Belastung bewegt sich die Füllung leicht und löst so Schmerzen am Zahn aus.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass der Zahnersatz die Schmerzen auslöst, dann kann der Zahnarzt diesen entfernen. Der Zahn sollte zunächst provisorisch versorgt werden, um abzuwarten ob er sich beruhigt. Wenn der Zahn schmerzfrei ist, kann der Zahn wieder neu versorgt werden.

11. Entzündung des Zahnhalteapparates: Parodontitis

Schmerzen durch Parodontitis

Die Entzündung des Zahnhalteapparates wird Parodontitis genannt. Bei diesem Krankheitsbild ziehen sich Zahnfleisch und Knochen in Folge einer bakteriell ausgelösten Entzündung zurück:
Zahnbeläge, die über längere Zeiträume nicht entfernt werden, sind besiedelt von Mikroorganismen, die zunächst eine leichte Zahnfleischentzündung auslösen. Werden diese Beläge nicht entfernt, so bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen. Diese Taschen sind nach einem gewissen Zeitraum so tief, dass Sie sie selber nicht mehr reinigen können. Die Entzündung bleibt also dauerhaft bestehen und der Kieferknochen zieht sich ebenfalls zurück.

Symptome bei Parodontitis

Typische Symptome für Parodontitis sind gerötetes Zahnfleisch, wiederkehrende Schwellung, und Zahnfleisch das sich immer weiter zurückzieht. Dadurch sehen die Zähne deutlich „länger“ aus als normal. Schreitet dieses Krankheitsbild fort, so bildet sich ein typischer, unangenehmer Mundgeruch und die Zähne können sogar locker werden und ausfallen. Einen ausführlichen Artikel über die Parodontitis haben wir für Sie ebenfalls verfasst.

Behandlung beim Zahnarzt

Der Zahnarzt kann eine Parodontitis Behandlung durchführen. Dabei werden unter Betäubung die Zähne und Zahntaschen gereinigt. Allerdings ist der wichtigste Faktor bei dieser Behandlung der Patient selber. Sie müssen Ihre Mundhygiene optimieren, da nur so Bakterien und Plaque dauerhaft vermieden werden können. Sollten Sie Ihre Zähne nicht gründlich sauber halten, beginnt die gesamte Erkrankung nach der Zahnarztbehandlung von vorne.

Einbisse und Verbrennungen am Zahnfleisch

Schmerzen am Zahnfleisch können durch Bisswunden, Verbrennungen oder kleinere Verletzungen an scharfen, spitzen Lebensmittel auftreten. Das tut zwar häufig ziemlich weh, ist in den meisten Fällen aber ungefährlich und heilt nach etwa 7-10 Tagen aus. Sollte eine Verletzung länger bleiben, lassen Sie zur Vorsicht einen Zahnarzt schauen.

12. Druckschmerz an Weisheitszähnen

Weisheitszähne können unangenehme Schmerzen und Entzündungen im Kieferbereich auslösen. Häufig schauen Weisheitszähne nur zum Teil durch das Zahnfleisch hindurch. Dadurch können sich Bakterien und Speisereste zwischen Zahn und Zahnfleisch ansammeln und eine Entzündung verursachen. Diese Situation wird als Dentitio difficilis bezeichnet.
Weisheitszähne haben zudem bis etwa zum 28. Lebensjahr die Tendenz zu schieben, sodass es zu Druckschmerzen und Beschwerden im Kiefer kommen kann.

Empfohlene Therapie

Weisheitszähne sollten zwischen dem 15. und 19. Lebensjahr entfernt werden. In diesem Alter sind oft die Wurzeln der Zähne noch nicht vollständig ausgebildet, sodass die Entfernung einfacher ist als im höheren Alter. Leider müssen die Weisheitszähne häufig mittels kleinem chirurgischen Eingriff herausgenommen werden, sodass Sie sich hinterher etwa 7 Tage ausruhen sollten.

13. Weitere Gründe für Zahnschmerzen

Sollten alle bisher aufgeführten Ursachen für Ihre Zahnschmerzen nicht in Frage kommen oder bereits abgeklärt worden sein, geben wir Ihnen jetzt noch eine Liste mit Erkrankungen an die immer auch gedacht werden sollte:

  • Trigeminusneuralgie
  • Bei Kindern: Zahndurchbruch
  • Mundschleimhauterkrankungen wie Herpes oder Aphten
  • Allgemeinerkrankungen wie Herzinfark oder Glaukom.

Was hilft bei Zahnschmerzen schnell?

  • Generell sollten Sie wenn immer möglich den Zahnarzt oder den Notdienst aufsuchen.
  • Hausmittel wie Nelkenöl, Salzwasser, Teebaumöl oder zerkleinerte Zwiebeln
  • Kühlen

Prophylaxe

Wenn Sie den Artikel bis hierher verfolgt haben, dann haben Sie sicher gemerkt, dass eine Situation je länger sie unbehandelt bleibt, immer schlechter wird:

Ein kleines Loch im Zahn führt unbehandelt zur Wurzelbehandlung, eine kleine Entzündung kann schnell zum größeren Abszess werden. Kümmern Sie sich daher rechtzeitig um Ihre Zahnschmerzen.

Der optimale Fall wäre, wenn Sie es gar nicht zu Schmerzen kommen lassen. Das können Sie über eine optimale Mundpflege erreichen. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Mundhygiene mit einfachen Schritten um ein Vielfaches verbessern können, lesen Sie diesen Artikel.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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