7 Dinge die Sie nach einer Zahnentfernung beachten sollten


Beachten Sie folgendes nach der Zahnentfernung

Die Zahnentfernung ist eine Behandlung, die weder vom Zahnarzt, noch vom Patienten erwünscht ist. Diese wird allerdings unumgänglich, wenn ein Zahn so zerstört ist, dass die Erhaltungswürdigkeit nicht mehr gewährleistet werden kann. Die häufigsten Gründe dafür sind entweder ein starker Befall des Zahnes durch Karies oder dauerhafte Entzündungen an der Wurzelspitze. Der Zahnarzt wird sie in solchen Fällen darauf hinweisen, dass der Zahn entfernt werden muss.

Welche Dinge sollten nach einer Zahnentfernung beachtet werden? Sorgen Sie dafür, das optimale Bedingungen für die Wundheilung bestehen, indem Sie die Wunde Kühlen, sauber halten, nicht rauchen und sich körperlich schonen. Manipulieren Sie nicht an der frischen Wunde mit Händen oder Zunge. Vermeiden Sie die Nahrungsaufnahme bis die Betäubung nachgelassen hat und beachten Sie gegebenenfalls die Krankschreibung des Arztes.

Wundheilungsstörungen können extrem schmerzhaft sein und sollten unter allen Umständen vermieden werden. Halten Sie sich daher an alle in diesem Artikel erwähnten Maßnahmen und senken Sie damit das Risiko, dass es zu Komplikationen kommt.

1. Verzichten Sie auf das Rauchen!

Verzichten Sie auf das Rauchen

Verzichten Sie in der ersten Woche nach der Zahnentfernung nach Möglichkeit komplett auf Zigaretten oder auch E-Zigaretten. Rauchen ist ein erheblicher Risikofaktor, den es unbedingt zu vermeiden gilt. Sollten Sie sich nicht an diesen Hinweis halten, kann es zu schwerwiegenden Wundheilungsstörungen kommen, die extrem schmerzhaft sind.

Nach der Zahnentfernung bestehen offene Wunden im Mund, in die die Giftstoffe der Zigarette wie Nikotin, Blausäure und Kohlenmonoxid eindringen können. Diese Stoffe haben eine gemeinsame Eigenschaft, sie lösen eine Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff aus, die sogenannte Hypoxie. Durch die Hypoxie kann sich das Gewebe viel langsamer als gewöhnlich regenerieren und heilen. Insbesondere das Nikotin hat zudem eine stark gefäßverengende Wirkung, sodass die Durchblutung der Gewebe verringert wird. Das sorgt für wesentlich weniger gute Immunabwehr im Wundgebiet.

Im optimalen Fall sollten Sie sich an die Zigarattenpause bis zum Fäden ziehen halten.

2. Sport und körperliche Anstrengung für etwa 7 Tage vermeiden

Vermeiden Sie Sport und körperliche Anstrengung

Körperliche Belastung jeder Art sollte nach der Zahnentfernung soweit es geht vermieden werden. Dafür werden Sie in vielen Fällen nach Zahnentfernung auch krank geschrieben.

Die Krankschreibung wird von wenigen Tagen bis zu einer Woche andauern, je nachdem wie aufwendig der Eingriff war. Werden vier Weisheitszähne entfernt, so sollten eher sieben Tage gerechnet werden, bei einer Einzelzahnentfernung kann häufig am nächsten Tag die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Um körperliche Anstrengung zu vermeiden sollten Sie mindestens bis zum Fäden ziehen auf sportliche Aktivität verzichten. Sie werden schnell bemerken, dass die Wunden bei körperlicher Anstrengung anfangen unangenehm zu pochen. Stoppen Sie unmittelbar die körperliche Belastung und ruhen Sie sich aus, dann lassen Sie schmerzen nach und das Pochen sollte weniger werden.

Wenn infolge körperlicher Belastung komischer Geschmack und Eiter auftritt, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Zahnarzt halten.

3. Wann und Was Sie essen dürfen

Weiche Nahrung aufnehmen

Dies ist eine der häufigstens Fragen, die im Zusammenhang mit ambulanten Zahnentfernungen gestellt wird. Vor dem Eingriff haben viele Patienten durch die leichte Aufregung wenig Hunger, sodass wenig Nahrung aufgenommen wird.

Nach der Zahnentfernung sollten Sie zunächst abwarten, bis die Betäubung vollständig abgeklungen ist. Haben Sie bitte ausreichend Geduld, dieser Vorgang kann manchmal mehrere Stunden dauern.
Es besteht die Gefahr, dass wenn die Lippe, Wange oder Zunge noch taub sind, Sie sich Bissverletzungen zuziehen.

Nachdem die Betäubung vollständig abgeklungen ist, können Sie anfangen weiche Kost zu sich zu nehmen. Bleiben Sie für 2-3 Tage bei weicher Kost und steigen Sie auf gewohnte Nahrung in den darauffolgenden Tagen um. Es ist durchaus empfehlenswert ausreichend zu essen und zu trinken, da sonst der Kreislauf instabil werden kann. Insbesondere wenn Sie Schmerzmittel oder Antiobiothika zu sich nehmen, ist es von äußerster Wichtigkeit, genug Nahrung aufzunehmen. Medikamente auf leeren Magen können zu Unverträglichkeiten oder Übelkeit führen.

4. Schmerzmittel einnehmen

Schmerzmittel einnehmen

Nach dem Eingriff ist es absolut in Ordnung die verschriebenen Schmerzmittel auch einzunehmen. Ibuprofen und Novalgintropfen sind die Schmerzmittel der Wahl.

Das Ibuprofen 600 mg sollte maximal 4 Mal am Tag eingenommen werden. Wenn die Schmerzen dennoch zu stark sein sollten, kann zusätzlich Novalgin, zum Beispiel in Form von Tropfen, genommen werden. Nehmen Sie die Medikamente nur nach persönlicher, ärztlicher Absprache ein! Unser Hinweis ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine ärztliche Beratung.

Stärkere Schmerzmittel sind nach Zahnentfernungen in der Regel nicht notwendig und sollten daher vermieden werden. In Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein andere Schmerzmittel einzunehmen, dass muss allerdings ebenfalls in Absprache mit Ihem Behandler erfolgen. Häufig müssen Sie für stärkere Schmerzmittel ohnehin Ihren Hausarzt aufsuchen.

5. Schwellung nach Zahnentfernung

Schwellung nach Zahnentfernung

Nach der Zahnentfernung werden Sie vermutlich, je nach Dauer und Schwierigkeitsgrad des Eingriffs, eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwellung haben. Diese Schwellung ist völlig normal und ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf die Belastung des Eingriffs.

Sie sollten die Schwellung bis zu 5 fünf Tage gut und ausreichend kühlen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie immer wieder kurze Pause von etwa 15 Minuten einlegen, um ihr Wange nicht zu unterkühlen.

Die Schwellung wird in den ersten drei Tagen meisten etwas zunehmen, in den folgenden Tagen sollte sie dann allerdings vollständig verschwinden. Wenn die Schwellung länger als sechs Tage bestehen sollte und keine Tendenz zur Besserung zeigt, dann sollten Sie sich bitte wieder beim Zahnarzt vorstellen.

6. Was tun bei Nachblutungen?

Bei stärkeren Nachblutungen sollte der Zahnarzt aufgesucht werden

Nachblutungen sind eine Komplikation, die durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Nachblutungen können für den Patienten sehr unangenehm sein, da diese recht schnell zu Panik führen können.
Zunächst sei gesagt: Die allermeisten Nachblutungen nach einfachen Zahnentfernungen sind harmlos! Das Blut vermischt sich mit dem Speichel und die Menge des Blutes scheint dadurch wesentlich mehr zu sein, als sie eigentlich ist.

Sollten Sie am Tag der Zahnenfernung noch leichte Nachblutungen haben, so sind diese durchaus normal! In den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff darf und kann es durchaus leicht bluten.
Wenn Sie geronnenes Blut im Mund haben oder ausspucken, dann sollten Sie zum Zahnarzt gehen, vorher ist das in der Regel nicht nötig.

Ein besonderer Fall liegt dann vor, wenn Sie Blutverdünner einnehmen. Häufig werden im Vorfeld des Eingriffs bereits verschiedene Maßnahmen getroffen, die die Nachblutungen verhindern. Dennoch kann es unter dem Einfluss von Blutverdünnern häufiger zu Nachblutungen kommen als üblicherweise. Bringen Sie immer aktuelle Medikamentenpläne mit zum Zahnarzt um schon im Vorfeld das Risiko gering zu halten.

7. Trotz Ibuprofen noch Schmerzen?

Schmerzen durch Parodontitis

In seltenen Fällen reicht das verschriebne Ibuprofen nicht aus. Das kann zum einen den Grund haben, dass Sie bereits Große Mengen Ibuprofen eingenommen haben, Ihr Körper also daran gewöhnt ist. Zum anderen kann es allerdings auch sein, dass Sie unter einer Entzündung des Zahnfachs leiden.

Die sogenannten „Alveolitis“ ist die Entzündung der „Alveole“, also des Zahnfachs. Nach dem Entfernen des Zahnes bildet sich normalerweise ein „Wundkoagel“. Vereinfacht dargestellt ist das sowas wie der „Wundschorf“ auf der äußeren Haut. Das Wundkoagel füllt das gesamte Zahnfach aus und wird über die nächsten Tage und Wochen in Knochen und Schleimhaut umgebaut. Daher ist dieser Wundpropf extrem wichtig für den reibungslosen Ablauf der Wundheilung.
Es kann passieren, dass der Wundpropf zerfällt und das Zahnfach freiliegt. Die Alveole wird dann als trockene Alveole bezeichnet und es entwickelt sich häufig eine Entzündung des Zahnfachs, da dieses jetzt wesentlich leichter von Bakterien besiedelt werden kann.

Wenn Sie unter einer Alveolitis leiden sollten Sie unbedingt den Zahnarzt aufsuchen. Hier werden häufig weitere Schmerzmittel und Antiobiotika notwendig. Die Wunde muss in einigen Fällen nochmal eröffnet werden, um abheilen zu können.

Was kostet die Zahnentfernung?

Kosten für Zahnentfernungen werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Es gibt einige Sonderfälle, bei denen in das Zahnfach Knochenersatzmaterial eingelagert wird. Diese sogenannte „Socket Preservation“ soll für eine Verringerung des Knochenverlustes sorgen. Diese ist immer mit einer privaten Zuzahlung verbunden, da das eingesetzte Material und der Zusätzliche Arbeitsaufwand nicht von der gesetzlichen Kasse übernommen werden.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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