Aphten nach der Zahnarztbehandlung


Aphten nach dem Zahnarztbesuch large

Wenn Sie eine schmerzhafte Veränderung an der Lippe, der Zunge oder den Wangeninnenseiten feststellen, die ähnlich aussieht wie die im oben dargestellten Bild, dann leiden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Aphte.

Die Aphte ist ein häufig vorkommendes Krankheitsbild, dass wissenschaftlich noch relativ unerforscht ist. In diesem Artikel erfahren Sie alles was Sie zum Thema Aphte wissen sollten. Insbesondere wenn Sie häufig unter Aphten leiden, macht es Sinn informiert zu sein, um rechtzeitig zu handeln. Komplett vermeiden kann man Aphten leider (noch) nicht.

Meistens hilft eine gute Prophylaxe der Zähne die Bakterienzahn im Mund möglichst gering zu halten. Daher würden wir Ihnen empfehlen, ebenfalls diesen Artikel zur Optimierung der Mundhygiene zu lesen.

Was ist eine Aphte?

Aphten sind extrem unangenehme Defekte in der Mundschleimhaut, die am häufigsten an der Lippe, der Zunge oder auch den Wangenschleimhäuten auftreten. In den meisten Fällen sind Frauen betroffen, viele bekommen Aphten sogar bereits in den ersten Lebensjahren. Aphten (oder auch Aften) lassen sich in drei Gruppen einteilen: Die Minor, Major und Herpetiforme.

Minor Aphten

Die bekannteste Form sind die Minor Aphten. Per Definition sind diese kleiner als 5mm und mit 80% die häufigste auftretende Aphte. Diese Art der Aphte tritt häufig an der Zunge und der Lippeninnenseite aber auch dem Mundboden auf. Zu sehen ist, neben der zerstörten Schleimhaut, auch häufig eine Rötung und eine kleinere Schwellung. Um die Aphte herum bildet sich zudem meistens ein roter Randsaum, der gelegentlich auch gezackt sein kann.
Die zeitliche Dauer bis die Aphte verschwindet kann zwischen mehreren Tagen bis zwei Wochen liegen. Häufig sind Aphten ein ständig wiederkehrendes Phänomen, welches manchmal über Monate bis Jahre besteht. Dies kann beispielsweise im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, also einem ohnehin bereits geschwächten Immunsystem stehen.

Major Aphten

Die übrigen 20% der Aphten bilden sogenannte Major Aphten. Diese sind deutlich größer; sie können im Durchmesser bis zu 30mm werden. Major Aphten kommen meistens am hinteren Teil des Gaumens, dem sogenannten weichen Gaumen oder auch am Gaumensegel vor. Gelegentlich ist aber auch die Lippe betroffen. Die Folge sind meist sehr starke Beschwerden, insbesondere beim Essen und Trinken. Die Dauer bis zur Abheilung kann Wochen bis Monate betragen und nicht selten bleibt eine Narbe zurück. Bei extremen Beispielen kann der Allgemeinzustand eingeschränkt sein, Fieber, Schluck- und Atembeschwerden sind möglich. In diesen Fällen können auch angeschwollene Lymphknoten vorliegen.

Herpetiforme Aphten

Diese seltenere Form der Aphten ist ebenfalls extrem schmerzhaft und sehr belastend für die betroffene Person. Es stellt sich ein regelrechter „Befall“ mit bis zu 100 kleineren Aphten in der Mundhöhle, meistens im Bereich der seitlichen Zunge, dar. Im Gegensatz zur Major Aphte bleibt hier das Fieber allerdings aus. Diese Form der Aphten sind sehr selten und daher weniger relevant.

Bednarche Aphte

Zusatz: Die sogenannte „Bednarche Aphte“ ist eine bei Säuglingen vorkommende Aphte am Gaumen, die durch ständiges Auswischen des Mundes mit trockenen Tüchern provoziert wird. Halten Sie die Schleimhäute Ihres Kindes also stets feucht.

Ursachen für Aphten

Da Sie jetzt einen guten Überblick über die verschiedenen Formen der Aphten gewonnen haben, sollen die Ursachen jetzt näher beleuchtet werden.

Die genaue wissenschaftliche Ursache ist bisher ungeklärt. In vielen Situationen kann der Auslöser für die Aphte allerdings festgestellt werden.

Mechanische Belastung

Aphten treten sehr häufig nach Zahnarztbehandlungen auf. Allerdings ist hier nicht der Zahnarzt als Person schuld, sondern die mechanische Belastung die durch die Behandlung verursacht wird.
Aphten nach Weisheitszahnoperation sind ein häufiges Phänomen. Oft sind die Fäden, die die Wunde postoperativ (nach der Operation) versorgen, ein möglicher Auslöser für die Schleimhautdefekte. Fäden verbleiben etwa 7-10 Tage im Mund des Patienten und reizen Dauerhaft das umliegende Zahnfleisch und die Schleimhäute. Aber auch kleinere „Eingriffe“ reichen schon aus um Aphten zu provozieren. Ein Beispiel dafür wäre die Zahnreinigung.

Mangelerscheinungen

Eine mögliche Ursache können auch Mangelerscheinungen sein. Mit Aphten häufig in Verbindung gebracht werden konnte Eisenmangel oder auch Folsäuremangel. Besonders wenn Aphten bei Ihnen ohne die Einwirkung von mechanischem Reiz auftreten, sollten Sie eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Teilen Sie ihrem Hausarzt mit, dass es Ihnen insbesondere um diese beiden angesprochenen Werte geht. Besonders Frauen sind häufig auch von Eisenmangel betroffen und sollten hier hellhörig werden!

Nahrungsmittel

Bestimmte Nahrungsmittel können die Schleimhaut soweit reizen, dass diese mit der Bildung von Aphten reagiert. Sie sollten die übermäßige Verwendung von Gewürzen vermeiden und den Konsum von Früchten (besonders Zitrusfrüchte) zeitweise verringern. Lassen Sie immer bestimmte Früchte die Sie häufig essen weg. Als weiteres Nahrungsmittel werden häufig noch Wallnüsse im Zusammenhang mit Aphten genannt.

Andere Erkrankungen als Auslöser

Häufig treten Aphten als Begleiterscheinung mit anderen Erkrankungen auf. Das liegt zum einen natürlich an der zum Zeitpunkt der Erkrankung geschwächten Immunabwehr, zum anderen aber auch an den möglichen zusätzlichen Bakterien oder Viren. In einigen Fällen wurde auch eine Reaktion auf Antibiotika in Form von Aphten berichtet.

Psychische Belastung

Aphten können auch durch übermäßigen Stress und psychische Belastung ausgelöst werden. Viele Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit unserer Psyche. Der Stress ist oft der Trigger (Auslöser) der dann die Bildung der Aphten auslöst.
Auch in ungewohnten Situationen, wie zum Beispiel der Versuch sich das Rauchen abzugewöhnen, kann ungewohnten Stress auslösen.

Wenn Sie häufig nach Zahnarztbesuchen mit Aphten zu kämpfen haben ist die Situation sehr eindeutig. In allen anderen Fällen ist es wichtig, dass Sie beim Auftreten der Aphten Ihre Situation selbstkritisch einschätzen. Sind Sie zurzeit extrem gestresst oder kommen andere Auslöser in Frage? Im Zweifel sollten Sie ein Blutbild erstellen lassen.

Wie können Sie Aphten behandeln?

Aphten sind relativ therapieresistent und daher schwierig zu behandeln. Besonders Major Aphten benötigen eine extrem lange Heilungszeit und Erhöhen den Leidensdruck stark. Die gängige Therapie is das Abwarten bis zur vollständigen Ausheilung des Defekts.

Cremes zur lokalen Anwendung

Zur lokalen Anwendung kann Ihnen der Zahnarzt verschiedenen Salben aufschreiben, die die Schmerzen lindern und unter Umständen auch die Dauer der Heilung verkürzen. Einige erwähnenswerte Beispiele sind Recessan, Neogel, Dynexan, Solcoseryl, Dontisolon und Volon A. Ein Teil der Medikamente beinhaltet Cortison und viele sind verschreibungspflichtig. Sprechen Sie ihren Zahnarzt auf die Salben an, wenn Ihnen Aphten starke Beschwerden machen.
Die Anwendung solcher Salben kann die Heilung der Aphte mit etwas Glück zwar beschleunigen, allerdings die zeitlichen Intervalle bis zum nächsten Auftreten nicht verlängert.

Sie können unterstützend Schüssler Salze, Globuli und Vitaminpräparate zu sich nehmen um eine Verkürzung der Heilungsphase zu erreichen. Diese Maßnahmen sind nicht durch Studien belegt und daher nicht zuverlässig einsetzbar.

Verhaltensmaßnahmen beim Auftreten von Aphten

Probieren Sie Ihre Zahnpasta zu wechseln, wenn Sie unter wiederholt auftretenden Aphten leiden. Manchmal haben kleinere Änderung in Ihrer Routine eine große Wirkung.
Nutzen Sie keine zu scharfen Mundspüllösungen mit Alkohol als Inhaltsstoff. Die Anwendungen solcher Lösungen ist extrem schmerzhaft, da Aphten offene Wunden in der Mundschleimhaut sind.

Stellen Sie ihre Ernährung um: Verzichten Sie wie bereits oben erwähnt auf Zitrusfrüchte, da auch diese starke Schmerzen auslösen. Streichen Sie zudem Wallnüsse aus Ihrem Ernährungsplan.

Sind Aphten gefährlich?

In der Regel sind Aphten zwar schmerzhaft und unangenehm, allerdings relativ ungefährlich. Selbst kleine Aphten lösen starke und ständige Beschwerden aus und stellen ein Hindernis bei jeder Art der Nahrungsaufnahme dar. Minor Aphten an sich stellen aber kein größeres Gesundheitsrisiko dar.

Sollten Sie tatsächlich von einer oder mehreren Major Aphten betroffen sein, sollten Sie unbedingt einen Zahnarzt aufsuchen. Auch diese Art der Aphte ist häufig nicht gefährlich, allerdings sollten große Wundflächen ärztlich beobachtet werden. Es besteht die Gefahr der „Superinfektion“, das heißt, dass sich beispielsweise ein Pilz auf den Bereits bestehenden Defekt setzt und die Heilungszeit somit weiter verlängert.

Wer diagnostiziert und behandelt Aphten?

Sie sollten mit ihrem Befund zum Zahnarzt, Oralchirurgen oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen gehen. Die erste Anlaufstelle kann allerdings auch der Hausarzt oder der Dermatologe sein. Sollte sich die Aphte weit hinten im Rachen und Halsbereich befinden, so kann sogar der Hals-Nasen-Ohrenarzt eine Option darstellen. In der Regel ist allerdings der Zahnarzt zuständig.

Muss ich zwingend zum Arzt?

Wie bereits oben angesprochen ist es bei kleineren Aphten nicht zwingend erforderlich direkt einen Arzt aufzusuchen. Bleibt der Befund länger also 10 Tage bestehen oder liegt eine große Aphte vor, so kann der Gang zum Arzt sinnvoll sein.
Immer wenn ihr Allgemeinzustand beeinträchtigt ist, so ist die Vorstellung beim Arzt Pflicht.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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