Der Aufbau unserer Zähne und des Gebisses (mit Bildern)


Aufbau der Zähne und des Gebisses large

Unser Mund und unsere Zähne sind beeindruckende Bestandteile unseres Körpers und sind für die Nahrungsaufnahme verantwortlich. Im Mund beginnt die Verdauung, daher daher ist die Mundgesundheit auch für die Allgemeingesundheit des ganzen Organismus wichtig. Zähne werden häufig vernachlässigt, dabei wirken sich Erkrankungen an den Zähnen auf den gesamten Körper aus. Um Erkrankungen und Behandlungen der Zähne besser verstehen zu können ist es zunächst wichtig, sich mit dem Aufbau des Gebisses und der Zähne vertraut zu machen. Nur so kann ein tieferes Verständnis für alle weitergehenden Thematiken geschaffen werden.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen anhand von Bildern und Beschreibungen den Aufbau des Gebisses und der Zähne anschaulich dar.

Damit Sie Ihre Zähne in einem optimalen Zustand halten, sollten Sie sich ebenfalls unseren Artikel zum Thema optimale Zahnpflege anschauen.

Aufbau des Gebisses

Das menschliche Gebiss besteht aus 32 beziehungsweise 28 Zähnen. Diese Zähne werden in Quadranten eingeteilt, in jedem „Quadrant“ befinden sich daher 7-8 Zähne. Der achte Zahn in der Reihe wird als Weisheitszahn bezeichnet und beginnt sich erst zwischen dem 10-13 Lebensjahr zu entwickeln. Oft müssen die Weisheitszähne aufgrund von Platzmangel entfernt werden, daher ist die häufigste Situation ein Gebiss mit 28 Zähnen.
Sie können in dem Bild die angesprochene Situation erkennen. In dem Fall des Modells sind ebenfalls keine Weisheitszähne vorhanden.

Aufbau des Gebisses mit 28 Zähnen

Im vorderen Bereich erkennen Sie die vier Schneidezähne oben und unten, die für das Abbeißen der Nahrung zuständig sind. Die Eckzähne haben meistens sehr lange Wurzeln und erfüllen die gleiche Funktion. Sie wurden aufgrund der langen Wurzeln früher Augenzähne genannt.

Die hinteren Zähne sind sogenannte Backenzähne (früher Mahlzähne genannt) die die Nahrung zerkleinern sollen. Je besser die aufgenommene Nahrung zerkleinert wurde, desto leichter fällt es dem Magen die Weiterverarbeitung.

Der Aufbau der Milchzähne

Bevor die bleibenden Zähne durchbrechen, bekommen wir zwischen dem 6 und 12 Monat unsere ersten Zähne. Die Milchzähne sind ähnlich aufgebaut wie die bleibenden Zähne (siehe Bild unten). Dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede:

Es gibt weniger Milchzähne als bleibende Zähne. In jedem Quadranten befinden sich 5 Milchzähne, sodass jedes Kind lediglich 20 Milchzähne besitzt. Diese sind wesentlich anfälliger und weniger widerstandsfähig als ihr Nachfolger. Der Hauptunterschied befindet sich in der Größe des Zahnmarks. Dieses ist bei Milchzähnen relativ gesehen deutlich größer, sodass wenn Karies oder Defekte an den Zähnen auftreten, diese deutlich schneller das Zahnmark erreichen.
Von der Grundstruktur mit Schmelz, Dentin, Zahnmark und Zahnzement sind die Milchzähne mit unseren bleibenden Zähnen aber identisch.

Zahnaufbau

Zahn aufbau

Der Zahn besteht anatomisch aus verschiedenen Strukturen, die benannt werden können. Im gezeigten Bild, sind die Strukturen englisch benannt, in der Beschreibung werden diese für Sie übersetzt.

Zahnkrone (Crown)

Die Zahnkrone besteht aus dem Schmelz (Enamel), Dentin (Zahnbein) und dem Pulpencavum (Pulp Cavity). Der Schmelz ist die härteste Substanz im Körper und dient zum Schutz des Zahnes. Der Zahnschmelz liegt wie eine Hülle um den Zahn und sorgt dafür, dass der Zahn seine Hauptaufgabe, das zerkleinern der Nahrung, erfüllen kann.
Das Zahnbein (Dentin) befindet sich unmittelbar unterhalb des Schmelzes und bedeckt das Zahnmark. Das Dentin ist wesentlich weniger hart als der Schmelz und daher auch anfälliger für Karies und Bakterien. Ein weiterer Unterschied ist, dass sich das Zahnbein zeitlebens in Richtung Zahnmark vergrößern kann. Das Dentin dient ebenfalls zum Schutz des Zahnmarks. Allerdings befinden sich sogenannte „Dentinkanälchen“ im Zahnbein, die es ermöglichen, Temperaturschwankungen und andere Reize an den Zahnnerv weiterzugeben. Dadurch kann der Zahn vor zu starken Belastungen geschützt werden.
Im Inneren des Zahnes befindet sich die Zahnpulpa (Pulp Cavity), auch als Zahnnerv oder Zahnmark bezeichnet. Hier verlaufen Nerven, Lymph- und Blutgefäße, die den Zahn mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Außerdem befinden sich hier wichtige Zellen der körpereigenen Abwehr.

Zahnhals (Neck)

Der Zahnhalsbereich ist der Bereich des Zahnes, in dem der Zahnschmelz zu einer dünnen Schicht ausläuft. An den Zahnschmelz grenzt dann der Zahnzement, der wesentlich weniger widerstandsfähig als der Schmelz ist. Normalerweise ist der Zahnhalsbereich von Zahnfleisch überdeckt, sodass dieser gut geschützt ist. Allerdings kann es im Laufe des Lebens durch falsche und zu starke Putzbewegungen zu einem verdrängen des Zahnfleisches und somit freiliegenden Zahnhälsen kommen. Diese reagieren sehr empfindlich auf Kälte und können zu einem schmerzhaften Beschwerdebild führen. Ein weiterer Grund für einen freiliegenden Zahnhals können Zahnbelege und Bakterien sein, die die sogenannte Parodontitis (früher/ugs.: Parodontose) verursachen. Durch von Bakterien ausgelöste Entzündung zieht sich das Zahnfleisch und der Knochen zurück und der Zahnhals liegt ebenfalls frei.

Zahnwurzel

Die Zahnwurzel besteht aus Zahnzement, Dentin und dem Wurzelkanal. Innerhalb des Wurzelkanals befinden sich Blut und Nervgefäße, die im Bereich der Wurzelspitze in den umliegenden Knochen austreten. Die Zahnwurzeln sind im Knochenfach lokalisiert und normalerweise nicht sichtbar. Sie haben die Hauptfunktion, den Zahn im Knochen zu verankern und Stabilität zu gewährleisten.

Die verschiedenen „Zahntypen“ haben unterschiedlich viele Zahnwurzeln. Die Schneidezähne und die Eckzähne haben je eine Zahnwurzel mit meistens einem Nervkanal im Inneren. Die oberen kleinen Backenzähne haben im Gegensatz zu den anderen vorderen Backzähnen zwei Wurzeln. Die oberen Größen Mahlzähne haben sogar je drei Wurzeln, im Gegensatz zu den unteren mit je zwei. Backenzähne haben meistens mehrere Wurzelkanäle.

Der Zahnhalteapparat im Detail

Der Zahnhalteapparat besteht aus dem Zahnfach, der Wurzelhaut, dem Zahnzement und dem Zahnfleisch.

Zahnfach

Das Zahnfach ist eine Ausbuchtung im Kieferknochen, in dem die Wurzeln der Zähne positioniert sind. Das Zahnfach wird auch Alveole genannt.

Zahnfleisch (Gingiva)

Das Zahnfleisch ist Teil der Mundschleimhaut und sieht im gesunden Zustand blassrosa aus. Das Zahnfleisch besteht aus einem befestigten Teil und einem losen Teil. Der befestigte Teil des Zahnfleischs (auch: attached gingiva) befindet sich im Bereich des Zahnhalses.

Die Wurzelhaut

Der Zahn ist über Fasern (Sharpey-Fasern) im Knochenfach regelrecht „aufgehängt“ und daher nicht starr, sondern minimal beweglich. Diese Sharpey-Fasern werden auch als Wurzelhaut bezeichnet. Diese Fasern überbrücken den „Spalt“ zwischen Wurzelzement und Knochen.

Der Zahnzement

Der Zahnzement bedeckt die gesamte Wurzeloberfläche.

Röntgenologische Betrachtung des Zahnaufbaus und des Gebisses

Zahnaufbau Röntgenologisch

In diesem Röntgenbild können Sie das Gebiss einer etwa 13-15 Jahre alten Person sehen. Sie sehen 28 bleibende, nahezu fertige Zähne und dazu vier verlagerte Weisheitszähne. Alle Zähne sind nach demselben Schema aufgebaut: Die Zahnkrone, bestehend aus dem Zahnschmelz, im Röntgenbild extrem hell und weiß. Dem Dentin, etwas weniger hell und in der Mitte der Zähne die Zahnpulpa, gräulich. Sie können den Verlauf der Nerven (gräulich) innerhalb der Zahnwurzeln verfolgen. Die Weisheitszähne sind noch im frühen Stadium und daher eher „Zahnkeime“. Sie können bisher nur die Zahnkrone als Anlage des späteren Zahnes entdecken.

Zahnaufbau Zusammenfassung

Wie Sie sehen können sind Zähne anatomisch relativ unkompliziert aufgebaut und wesentlich weniger aufwendig als andere Organe. Dennoch können von den Zähnen Erkrankungen für den gesamten Organismus ausgehen. Sie sollten daher nicht nur den Zahn als einzelnes Organ betrachten.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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