Wie Globuli nach einer Zahnoperation wirklich helfen!


Wie Globuli nach einer Zahnoperation wirklich helfen!

Operationen im Mund- und Kieferbereich sind mitunter unangenehm, aber manchmal dennoch notwendig. Sie fragen sich vielleicht, wie Sie die Abheilungsphase verbessern können, um diese möglichst beschwerdefrei zu überstehen. Dabei sind homöopathische Globuli eine sehr gute Möglichkeit, um die Heilung optimal zu unterstützen. Eine umfangreiche wissenschaftliche Studie der Berliner Charité mit knapp 4000 Teilnehmern belegt, dass Homöopathie vielen Patienten hilft. Die Symptome chronischer Erkrankungen können gemindert und die Lebensqualität auch in diesen schwierigen Situationen erheblich verbessert werden.

In diesem Artikel soll es darum gehen, wie Ihnen Globuli insbesondere nach einer Zahnoperation helfen können. Ein häufiges Beispiel dafür wäre die Weisheitszahnoperation, die fast jeder Patient einmal im Leben überstehen muss. Beginnen Sie 3 Tage vor der Operation mit der Potenz C30 Arnica und nehmen Sie die Tage nach der Operation D6 Arnica ein. Nehmen Sie jeweils 5 Globuli täglich, bis zu 6 Tage nach der Operation.

Alle genauen Informationen bekommen Sie, wenn Sie diesen Artikel weiter verfolgen.

Was sind Globuli?

Globuli sind Kügelchen oder Streukügelchen, die in der Alternativmedizin gern genutzt werden. Etwa im Rahmen von homöopathischen Zubereitungen oder bei Schüssler Salzen. Die Kügelchen setzen sich dabei aus verschiedenen Kohlenhydraten zusammen. Sie gehören zu den beliebtesten homöopathischen Darreichungsformen. Neben Globuli werden auch Tabletten, alkoholische Verdünnungen oder Salben verwendet. Die Darreichungsform Globuli hat viele Vorteile:

  • Dank ihres geringen Gewichtes können sie auch ganz bequem in größerer Menge transportiert werden.
  • Ihr geringer Durchmesser macht auch die Anwendung bei Säuglingen und kleinen Kindern möglich.
  • Sie enthalten keinen Alkohol.
  • Da sie leicht süßlich schmecken, lutschen auch kleine Kinder die Kügelchen gern.
  • Nebenwirkungen gibt es nahezu ausschließlich nur im Rahmen einer homöopathischen Erstverschlimmerung.

Globuli gibt es dabei in unterschiedlichen Größen. Hahnemann richtete die Größe seiner Globuli nach der Art ihrer Potenzierung. Es sind drei Potenzierungsarten gebräuchlich. Sie unterscheiden sich durch die jeweiligen Verdünnungsschritte:

  • Dezimal-Potenzen oder D-Potenzen mit dem Verdünnungsschritt 1:10. Üblich sind D1 bis D1000.
  • Centesimal-Potenzen oder C-Potenzen mit dem Verdünnungsschritt 1: 100. In der Regel C1 bis C1000.
  • Quinquagintamillesimal-Potenzen oder LM/ Q-Potenzen mit dem Verdünnungsschritt 1: 50000. Zum Beispiel LM IV, LM XII, LM XVIII, LM XXIV sowie LM XXX.

Deshalb legt das Homöopathische Arzneibuch (HAB) in der zehnten Vorschrift für die sogenannten D- und C-Potenzen die Größe 3 fest. Dies entspricht etwa 110 bis 130 Kügelchen pro Gramm Zucker, die einen Durchmesser von 1,8 bis 2,5 mm besitzen. Die LM-Potenzen haben Größe 1. Nach der 17. Vorschrift des HAB sind dies rund 500 Kügelchen pro Gramm Zucker, die einen Durchmesser von 1,0 bis 1,6 mm aufweisen.

Diese Fakten müssen Sie sich natürlich nicht im Detail merken, Sie sollten Sie nur mal gehört haben.

Was ist eigentlich Homöopathie?

Die Homöopathie ist eine der alternativmedizinischen Behandlungsformen. Die Selbstheilungskräfte sollen durch hochverdünnte Wirkstoffe angeregt werden. Dabei wird das Ähnlichkeitsprinzip zugrunde gelegt. Demnach kann eine Substanz, bei der ein gesunder Mensch bestimmte Symptome zeigt, dieselben Symptome bei einem kranken Menschen lindern.
Homöopathie ist als Heilmethode weltweit vertreten. Sie basiert dabei auf den von ihrem Gründer Samuel Hahnemann verfassten Grundsätzen. Das homöopathische Mittel, das bei einer Behandlung helfen soll, soll neben Krankheitsfaktoren auch die einzelne Persönlichkeit im Blick haben. Welches Mittel verwendet wird, richtet sich daher mehr am Individuum aus, als an der Krankheit. Die Homöopathie verfolgt also einen ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist es, dass Patienten auf verschiedenen Ebenen heilen. Grundlegend ist dabei die Auffassung, dass die Patienten erst gesund werden können, wenn Körper und Seele als Einheit betrachtet werden. Die Homöopathie bietet dabei viele Vorzüge:

  • Ihre Kosten für Medikamente sind gering.
  • Sie ist gut verträglich.
  • Wesentlich für die Behandlung ist das ausführliche Gespräch, die sogenannte Anamnese. Oft wird deren Bedeutung vernachlässigt.
  • Sie kann bei den meisten Erkrankungen und bei Menschen aller Altersstufen bis zum Säugling angewendet werden.

Besonders wichtig ist es dabei jedoch, ihre Grenzen zu kennen, um verantwortungsvoll damit umgehen zu können. Gesund leben wollen alle Menschen. Die Homöopathie hilft dabei nebenwirkungsarm und sanft.
Sehen Sie Die Homöopathie nicht als Patentlösung für alles, sondern versuchen Sie die Behandlung durch die verschiedenen Globuli für Sie noch zu ergänzen. Durch diese sinnvolle Ergänzung kann ein schönes Behandlungsergebnis erreicht werden.

Besonderheit Zahnmedizin

In der Zahnmedizin erfolgt die Wahl des Mittels allerdings anders. Hier wird vom einzelnen Symptom ausgegangen. Die Begleitumstände, also die so genannten Modalitäten, spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch sind homöopathische Mittel häufig sehr schnell wirksam. Die Mittelwahl ist innerhalb der Zahnmedizin für die Homöopathie also eher als untypisch zu klassifizieren, da sie sich nur nach einem Symptom ausrichtet. Dem Grundsatz nach wäre das Gesamtbild des Patienten entscheidend, bei der der Homöopath den Patienten umfassend erkundet.
Dies macht allerdings Sinn, da wir die verschiedenen Globuli VOR der Operation planen. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, welche Mittel er in Ihrem Fall empfiehlt. Gelegentlich kann es aufgrund Ihrer Krankenvorgeschichte Abweichungen zu den nun folgenden Vorschlägen geben.

Wie viel von welchem Präparat soll ich vor/nach einer Operation einnehmen?

Für Zahnärzte und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen ist eine Zahnoperation, wie eine Weisheitszahnentfernung, Routine. Dennoch muss der Patient vor jedem Eingriff umfassend aufgeklärt werden. Das gilt ganz besonders dann, wenn eine Zahnentfernung prophylaktisch erfolgt. Mögliche Risiken sind postoperative Blutungen, Entzündungen, Schmerzen sowie Schwellungen. Hier können homöopathische Mittel die belastenden Symptome lindern. Ist allerdings keine Besserung in Sicht oder verschlechtert sich das Beschwerdebild, muss der Patient seinen Arzt um Rat fragen.

Hier eine Übersicht, welches Mittel bei welchen Beschwerden hilft:

  • Die Dosierungsempfehlung ist dabei immer: 5 Globuli, 3-mal täglich.
  • Vom jeweiligen Mittel ist immer die Potenz D12 oder D6 empfohlen. Diese besitzt eine Wirkungsdauer von einem Tag. (Vor einer OP ggf. C30)

Welches Mittel für welche Symptome?

Welche Globuli bei welchen Symptomen
Bei so vielen verschiedenen Globuli ist es schwierig den Überblick zu behalten. Wir empfehlen für zahnärztliche Eingriffe Arnica zu verwenden.

Arnica

Schwellung, Druckempfindlichkeit,
Ausbildung von blauen Flecken Calendula

Schwellung, Schmerz,
Sekretabsonderung

Bellis perennis

Tief sitzende Schwellung
in weichem Gewebe,
starkes Gefühl der Zerschlagenheit
Begleiterscheinungen:
Beteiligung von Kaumuskeln oder
Speicheldrüsen

Chamomilla recutita

Rote, heiße Wangen und heftige
Schmerzen
Begleiterscheinungen:
Reizbarkeit und Unruhe. Auch
für zahnende Babys geeignet.

Belladonna

Klopfender, pochender Schmerz
Begleiterscheinungen:
Rötungen und Schwellungen.

Nach OP nahe am Kieferknochen Ruta
oder –gelenk (nicht durchgebrochene
Achter)
Begleiterscheinung: Verstopfung

Nicht nachlassender Schmerz trotz Hypericum
Arnica Behandlung perforatum
Begleiterscheinungen:
Prickeln, Taubheit

Diese hier aufgelisteten Globuli sind die gängigsten im Bereich der Zahnmedizin. Wir empfehlen bei Operationen wie Weisheitszahnentfernungen insbesondere Arnica C30 wie weiter unten noch ausführlich beschrieben.

Nach welchen zahnmedizinischen Eingriffen sind Globuli möglich?

Neben einer Weisheitszahn OP können homöopathische Globuli auch nach anderen zahnmedizinischen Eingriffen eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern. Zum Beispiel nach einer Wurzelspitzenresektion oder einer Implantatinsertation:

Wenn Weisheitszähne „überflüssig“ sind und häufig zu Platzmangel führen, passiert es nicht selten, dass diese Probleme hervorrufen. Sie können auf benachbarte Zähne drücken, Schmerzen verursachen oder die Zahnreihe (wieder) zusammenpressen. Auch nachdem der Kieferorthopäde diese bereits umfassend korrigiert hat. Möglich ist es zudem, dass sich oberhalb eines wachsenden Weisheitszahns eine Schleimhaut-Tasche entwickelt. Dort können sich Essensreste sammeln und schließlich zu einer Entzündung führen. Damit derartige Komplikationen erst gar nicht entstehen oder um diese zu behandeln, ist es oft nötig, die Weisheitszähne ziehen zu lassen. Dass der Eingriff möglichst beschwerdefrei gelingt, ist durch homöopathische Mittel zur sanften Unterstützung erreichbar. Viele konnten sich bereits davon überzeugen, dass sie mit einer Behandlung mit Arnica Zahnextraktionen besser überstehen. Insbesondere gilt dies für das Entfernen der Weisheitszähne. Ein ausführlicher Artikel zum Thema Weisheitszahnentfernung kann hier gefunden werden.

Auch infolge einer Wurzelspitzenresektion sind Beschwerden möglich und die Wundheilung kann besonders in den ersten Tagen schmerzhaft verlaufen. Nach ein paar Tagen sollten sich diese jedoch wieder einstellen oder bessern und nach etwa einer Woche können bereits die Fäden gezogen werden. Auch hier unterstützen Globuli eine möglichst optimale Wundheilung. Informieren Sie sich über eine Wurzelspitzenresektion in diesem Artikel.

Ähnlich wie im Rahmen einer Implantatinsertation, bei der ein Implantat chirurgisch eingesetzt wird. Wie bei jedem chirurgischem Eingriff, können hier Beschwerden entstehen, die homöopathisch begleitet werden können.

Die Arnica C30 Dosierung nach einer Operation wie der Zahnentfernung

Arnica gilt als das optimale homöopathische Mittel bei Verletzungen und Gewebsschäden. Auch wenn das eigentliche Verletzungsereignis schon eine Weile vergangen ist, verspricht das Mittel Linderung. Arnica lindert Blutungen, Schmerzen sowie Schwellungen nach einem Sturz oder anderen Verletzungen und fördert den Heilungsprozess. Die Potenz C30 wird in der Zahnmedizin vor allem vor einer Operation verwendet, danach insbesondere die Potenz D6.
Die Pflanze Arnica montana, auch Bergwohlverleih genannt, kommt aus der Familie der sogenannten Korbblütler. Sie wächst in den europäischen Mittel- und Hochgebirgen, doch ist ihr Vorkommen in Deutschland bedroht und wird besonders geschützt.

Arnica ist nicht nur für innerliche, sondern auch für äußerliche Anwendungen geeignet. Durch Auflagen sowie Umschläge oder Einreiben der Haut lassen sich Entzündungen und Verletzungen lindern. Sie gilt als DAS Mittel bei:
– Operationen im Vorfeld oder zur Nachbehandlung sowie
– Zahnschmerzen.
Vor einer Zahnextraktion werden die Arnica Globuli in der C 30 Potenzierung genommen, um die Blutungsneigung zu verringern. Es wird empfohlen, bereits zwei bis drei Tage vor dem Eingriff mit der Einnahme von Arnica anzufangen und diese nach etwa sechs Tagen zu beenden.

Als Einnahmeempfehlung gelten die folgenden grundlegenden Regeln:

  • bevorstehende Zahnextraktion einmalig 5 Arnica Globuli C 30
  • bevorstehenden Operation die gleiche Dosis
  • nach einer OP oder Zahnextraktion 3mal täglich 5 Arnica Globuli D 6
  • Prellungen, Zerrungen, Blutergüsse
    oder Verstauchungen mehrere Gaben von Arnica D 6

Eingenommen werden die Kügelchen bis sich Besserung zeigt und die Beschwerden vorüber sind. Lassen Schmerzen nach oder verändern sich Verfärbungen von Blutergüssen, lässt diese auf eine Verbesserung schließen. In Einzelfällen kann es bei der Gabe von Arnica Globuli zu einer Erstverschlimmerung kommen. Gegebenenfalls kann man dann einen Tag mit der Behandlung pausieren. Die Heilungsphase setzt ein, wenn man weniger Schmerzen spürt.

Ist Homöopathie auch hilfreich bei anderen Zahn-Beschwerden wie Schmerzen?

Homöopathische Mittel können nicht nur als Begleitmedikation nach zahnärztlichen Operationen eingesetzt werden, sondern auch bei anderen Beschwerden, die rund um die Zähne und das Zahnfleisch entstehen können. Dazu gehören:
– Angst vor dem Eingriff,
– Entzündungsgeschehen, wie akuter Zahnnervenschmerz oder periodontitische Schmerzen, also Schmerzen des Zahnbettes;
– chronische Eiterung,
– immer wiederkehrende Abszesse,
– Neuralgien und nervähnliche Schmerzen sowie
– trockener Mund.
Auch bei diesen Beschwerdebildern können homöopathische Mittel die Symptome lindern und die Heilung unterstützten. Welche das sind und wie diese eingenommen werden, dazu kann Sie Ihr Homöopath und Arzt umfassend beraten. Dies ist besonders für eine Medikation gegen die Angst vor einem chirurgischem Eingriff sinnvoll. Denn hier gibt es nicht DIE „bewährte Indikation“. Um in diesem Bereich das optimale Mittel zu finden, muss der Patient genauer als Einzelperson betrachtet werden. Die Spannbreite der individuellen Möglichkeiten ist hier demnach größer.

Allerdings können Globuli keine Probleme dauerhaft lösen, sondern diese maximal vorrübergehend unterdrücken.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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