Zahnarztangst – Die Angst vor dem Zahnarzt endlich besiegen


Zahnarztangst - Die Angst vor dem Zahnarzt endlich besiegen

Zahnarztangst oder die Angst vor dem Zahnarzt ist ein extrem häufig verbreitetes Phänomen in unserer Gesellschaft. Zahnärzte müssen sich daher intensiv mit dem Thema „Angstpatient“ beschäftigen, da mehrmals täglich ein einfühlsames Handeln gegenüber ängstlichen Patienten notwendig wird. Durchaus kreativ werden dabei Sätze wie „Man mir geht echt die Muffe“ oder „Wissen Sie beim Zahnarzt bin ich wirklich kein Held“ verwendet, um sehr ähnliche Gefühlslagen auszudrücken.

Viele Patienten, die in diesem Moment das erste Mal seit langem beim Zahnarzt sind, teilen innerhalb der ersten Gesprächssekunden mit, dass sie gar nicht gerne in der aktuellen Situation sind. Auf die Frage „wie geht’s Ihnen denn heute so?“ gibt’s in vielen Fällen ein patziges und durchaus ernst gemeintes „Ja wenn ich hier bin bescheiden“ oder auch „bis Sie reingekommen sind noch gut“ worauf dann meistens ein herzhaftes Lachen folgt.
Da dies ohne Übertreibung die Realität alltäglicher Reaktionen im Behandlungszimmer darstellt, müssen viele Zahnärzte frustriert feststellen, dass wirklich die wenigsten Personen freiwillig oder sogar gerne zu Ihnen kommen. Zahnärzte werden sicherlich nie die beliebtesten Menschen des Planeten sein, daher sollten Sie sich zusammen mit uns ein realistisches Ziel setzen:

Wir sollten die Sorgen und Ängste, die Sie vor dem nächsten Zahnarztbesuch haben, bekämpfen. Sie sollten motiviert sein zum Zahnarzt zu gehen und sich hinterher befreit und erleichtert fühlen. Sie müssen etwas verändern und der erste Schritt ist dieser Artikel den Sie vor sich haben. Sie haben die erste Entscheidung bereits getroffen und wir unterstütze Sie jetzt bei allen Weiteren. Es ist der Beginn etwas für Sie und Ihre Gesundheit und Lebensqualität zu tun.

Wieso haben ausgerechnet Sie Angst vor dem Zahnarzt?

WIeso habe ich Angst vor dem Zahnarzt

Das Wort Angst ist verwandt mit dem lateinischen Wort „angustus“, welches Enge oder Bedrängnis bedeutet. Der Gefühlszustand der Angst tritt in Situationen auf, die für uns psychisch oder physisch gefährlich sind oder werden könnten, eben Situationen, in denen wir in Bedrängnis gebracht werden. Angst ist dabei nicht mit rationalen Erklärungen oder Überzeugungsversuchen einfach zu beheben oder auszublenden, jeder Mensch hat daher vor den unterschiedlichsten Dingen Angst. Angst per se ist nichts Schlechtes, es bewahrt uns im Allgemeinen davor, Dinge zu tun die uns Schaden.

Interesannter Fakt: Wenn Sie bei Google den Begriff Angst suchen, so findet sich unter den meist gesuchten Begriffen im Zusammenhang mit Angst die Angst vor dem Zahnarzt etwa auf dem vierten Platz. Andere häufig gesuchte Einträge sind die Angst vor Menschen oder auch die Angst vor Löchern.  Hierbei sind übrigens keine Löcher in den Zähnen gemeint, sondern tatsächlich unregelmäßig geformte Löcher wie sie zum Beispiel natürlicherweise in Pflanzen oder anderen Strukturen vorkommen. Menschen mit dieser Angst ist unwohl beim Betrachten der beschriebenen Strukturen. An diesem Beispiel erkennen Sie, dass Ängste vor den unterschiedlichsten und unglaublichsten Dingen bestehen und das die Angst nicht rational zu erklären ist. Man kann niemandem die Angst nehmen mit Floskeln wie zum Beispiel „ach komm jetzt stell dich nicht so an“. An der objektiv sehr häufigen Suchanfrage „Angst vor dem Zahnarzt“, können Sie erkennen, dass Sie nicht allein mit Ihrer Angst sind. Dieser Fakt ist unheimlich wichtig!

Ursache der Angst

Diese Ängste sind allerdings meistens nicht angeboren, sondern werden durch unterschiedliche Erfahrungen im Laufe unseres Lebens geprägt. Ein ganz klassisches Beispiel ist dabei die Situation der Zahnarztbehandlung im Kindheitsalter, die mit furchtbaren Qualen assoziiert wird. Patientin, die um 1945-1970 geboren sind berichten immer wieder von Zahnarztbesuchen im frühen Kindesalter, die teilweise komplett ohne örtliche Betäubung durchgeführt wurden. Diese schmerzhafte Erfahrung bleibt insbesondere unterbewusst dauerhaft bestehen und wird über bestimmte Triggerfaktoren wieder ins volle Bewusstsein zurückgeholt.

Ein anderer häufiger Grund ist die Angst der eigenen Eltern, Verwandten oder Bekannten vor Zahnärzten, die dem Kind dauerhaft vorgelebt wurde. Ein Kind in regelmäßigen Abständen immer wieder daran zu erinnern, wie schrecklich der Zahnarztbesuch ist, programmiert die Empfindung des Kindes auf eine völlig falsche Art und Weise. Das Kind hat gar keine andere Möglichkeit als selbst diesen Glaubensansatz anzunehmen. Es wird in ein Glaubensmuster eingesperrt, oft sogar ohne eigene Erfahrungen gemacht zu haben.

Häufig vermeiden „Angstpatienten“ den Besuch beim Zahnarzt so lange wie es irgendwie geht, dass führt dann zu nachfolgender Situation:

Mist, ich hab doch wieder zu lange gewartet…

DIe Angst verdrängen
Je länger Sie sich vor der Behandlung drücken, umso aufwendiger wird meistens der Eingriff.

Erste kleinere Beschwerden werden, genau wie abgebrochene Zähne, zunächst häufig vollständig ignoriert. Die Situation verschlechtert sich weiterhin aber die Hürde den Zahnarztbesuch auf sich zu nehmen wird mit längerer Zeitdauer und desolaterem Gebisszustand immer größer. Sie befinden sich in einer Spirale, die immer weiter in die falsche Richtung läuft, bis sie mit einem Abszess (also einer dicken Backe) endet. Jetzt halten Sie es nicht mehr aus und müssen zum Zahnarzt. Natürlich ist grade Feiertag oder Wochenende, also suchen sie gestresst und händeringend einen Zahnarzt, der Notdienst hat. Genervt meldet sich eine Stimme am Telefon: „Sie können erst heute Abend in die Praxis kommen.“ Zusätzlich müssen sie dafür auch noch einen relativ weiten Weg auf sich nehmen, da die zuständige Notdienstpraxis weit entfernt von ihrem Wohnort ist.

Nach Stundenlanger Quälerei (Ibuprofen wirkt ja schon lang nicht mehr) können Sie endlich losfahren. Angekommen in der Praxis steht Ihnen ein freudig erregter Zahnarzt gegenüber, der allein arbeiten muss, da am Feiertag keine Assistenz erreichbar war. Er erklärt, dass er in die Schwellung reinschneiden muss damit der Eiter abläuft. Die Behandlung die dann folgt ist etwas unangenehm, da die Wirkung des lokalen Betäubungsmittels durch die akute Entzündung  zumindest eingeschränkt wird.
Zu Hause angekommen geht es Ihnen zwar besser, allerdings wollen sie den nächsten Zahnarztbesuch soweit hinausschieben wie möglich, daher warten Sie einfach bis es wieder schlimmer wird und der Kreislauf von vorne beginnt. Erkennen Sie sich vielleicht in dem einen oder anderen Detail dieser natürlich überspitzt geschilderten Situation wieder?
Wenn nicht, lassen Sie es gar nicht so weit kommen. Je früher Sie den Zahnarzt aufsuchen, umso weniger aufwendig wird die Behandlung!

Die oben geschilderte Situation klingt nach Chaos! Chaos ist aber überhaupt nicht hilfreich, wenn Sie ohnehin schon eher ängstlich sind.

Sie brauchen Ordnung und Struktur! Beginnen Sie also mit folgendem:

Wovor haben Sie Angst?

Waren Sie selber vielleicht in einer ähnlichen Situation wie oben beschrieben? Übelerlege Sie sich zunächst ganz genau wovor Sie eigentlich Angst haben?

Sind es die Geräte die auf Sie im Behandlungszimmer warten? Eigentlich steht heute nur eine Routinekontrolle an, aber der Zahnarzt schnappt sich voller Elan seinen Luftpüster und bläst aus allen Rohren gegen Ihre kälteempfindlichen Zähne. Kaum ist der erste Schock verdaut kratzt der Behandler an und auf Ihren Zähnen mit einer spitzen metallischen Sonde herum, die dann auch noch extrem unangenehme Geräusche verursacht. Haben Sie vielleicht schonmal einen sogenannten Kofferdamm angelegt bekommen? Dieses Gummi spannt sich über Ihren gesamten Mund und verursacht ein beklemmendes Gefühl. Zum alltäglichen Gebrauch gehören weiterhin die Spritze sowie Bohrer, Zangen und Hebel. Alles unsensible aber leider zwingend nötige Hilfsmittel und Werkzeuge der zahnärztlichen Behandlung.

Oder haben Sie vor der Person des Zahnarztes Angst? Gab es mal jemanden der sehr ungeduldig und grob zu Ihnen war, den Sie als Metzger abgestempelt haben? Sind es eventuell die typischen Gerüche beim Zahnarzt die Ihnen die Schweißperlen auf die Stirn treiben? Durchdenke Sie bisherigen Erlebnisse und überlegen Sie wo genau die Ursache des Unwohlseins herrührt.

Auf gar keinen Fall dürfen Sie in Gedankenmuster wie „ich hab einfach vor allem Angst“ oder „die ganze Situation stresst mich“ verfallen. Selbst wenn das der Fall sein sollte splitten Sie einzelne Bereiche wie oben erwähnt auf und differenzieren Sie wo genau die einzelnen Probleme liegen. Sie merken schon, dass SIe jetzt aktiv werden müssen. Beginnen Sie damit aus der Opferrolle herauszutreten und selbst aktiv zu werden. Je weiter Sie diesen Weg gehen, um so mehr werden Sie das Gefühl haben, dass Sie langsam aber sicher die Kontrolle gewinnen. Je mehr Kontrolle Sie haben, umso einfacher fühlt sich der Gang zum Zahnarzt dann an, versprochen!

Suche Sie ihr persönliches WARUM!

Suchen Sie ihr persönliches Warum
Wenn Sie ein starkes, motivierendes WARUM finden, dann ist viel gewonnen. Dadurch wird Ihre Motivation extrem erhöht.

Sie haben jetzt grade herausgefunden, vor welchen Dingen besondere Furcht besteht. Das ist schon mal ein Erfolg, aber hilft noch nicht wirklich weiter, oder? Seien Sie noch ein bisschen geduldig, die Schritte die wir gemeinsam gehen brauchen ihre Zeit auch um Ihre Wirkung im Kompletten zu entfalten. Sie können nicht erwarten, dass jahrelange Denkmuster und Verhaltensweisen sich innerhalb kürzester Zeit in Wohlgefallen auflösen.

Sie brauchen als nächstes eine Triebfeder um den bevorstehenden Zahnarztbesuch anzugehen. Machen Sie sich Gedanken WARUM Sie eigentlich zum Zahnarzt gehen müssen. Haben Sie so starke Schmerzen, dass Sie es nicht mehr aushalten, dann ist das warum sehr einfach zu finden. Liegt der Grund nicht so klar auf der Hand überlegen Sie:

Sie haben eventuell kariöse oder abgebrochene Zähne, bei denen Sie selbst per Blickdiagnose erkennen können, dass Probleme vorliegen? Oder haben Sie bereits wackelnde Zähne, die oft die Folge von Parodontitis sein könnten. Alle diese Erkrankungen der Zähne oder des Zahnhalteapparates sind durch Bakterien verursacht, mit denen der Körper tagtäglich kämpft und beschäftigt ist. Es gibt Studien die belegen, dass die angesprochenen Krankheiten auf Ihren gesamten Körper negative Auswirkungen haben. So werden Erkrankungen des Zahnhalteapparates oft mit Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht. Um die gesundheitliche Situation zu verbessern ist es zwingend erforderlich eine stabilen und gesunden Zustand aller Zähne zu erreichen. Allgemeinmedizinische Probleme, die durch Zähne ausgelöst werden können Ihre Lebensqualität enorm senken.

Haben Sie einen neuen Lebenspartner gefunden oder sind Sie schon länger Single und wollen gerne wieder Bekanntschaften schließen? Jede soziale Interaktion wird deutlich erschwert wenn Mundgeruch oder optische Defizite die vorherrschenden Eigenschaften des Mundraums und der Zähne sind. Wollen Sie jemandem anders Beweisen, dass Sie Worten auch Taten folgen lassen können? Können Sie bestimmte Lebensmittel nicht mehr kauen und müssen daher komplett darauf verzichten? Sind die vorderen Zähne eventuell zu dunkel oder stören dunkel verfärbte Ränder an Kronen oder Füllungen? Schreib Sie sich Ihr WARUM auf und hängen Sie den Zettel an einer Stelle in der Wohnung, an der Sie den Zettel oft sehen. Andere gute Stellen sind zum Beispiel der Geldbeutel oder eine Erinnerung am Smartphone.

Nehmen Sie diese Aufgabe ernst!

Wichtig ist, dass das Warum stark genug ist. Halbherzige Gründe bringen Sie der Lösung des Problems nicht näher. Jedes Mal, wenn Sie zögern, zum Beispiel den Termin doch absagen wollen oder sich überwinden müssen den Anruf in die Praxis zu tätigen, schauen Sie sich die Notiz an die Sie jetzt dazu bewegt die richtige Entscheidung zu treffen. Das WARUM muss zu Ihrem ständigen Begleiter während Ihrer „Reise“ werden.

Sie wissen jetzt was Ihre größten Ängste sind und gleichzeitig haben Sie sich gute Gründe gesucht sich dieser zu stellen. Jetzt wird es Zeit die Komfortzone zu verlassen, der nächste Schritt steht an: Wir suchen einen Zahnarzt:

Lernen Sie Ihren Behandler und die Praxis kennen

Sollten Sie in der Stadt wohnen, so ist die Zahnarztdichte vermutlich unheimlich hoch. Das hat den positiven Effekt, dass Sie erstens den Zahnarzt frei wählen können und zweitens die Zahnärzte sich durch mehr Konkurrenz stärker um sie als Patient/Kunde bemühen müssen. Aber auch in ländlichen Gegenden ist sicherlich bei eventuell etwas weiterem Anfahrtsweg die Auswahl noch ausreichend groß. Schauen Sie sich den Onlineauftritt der Praxis an: Sagen Ihnen die Räumlichkeiten zu? Wie sieht das Team aus; ist Ihnen der Zahnarzt sympathisch? Was bietet die Praxis vom Behandlungsspektrum her an? Vergleichen Sie die Praxen und überlegen Sie, wo Sie sich als Patient wahrscheinlich am besten aufgehoben fühlen. Beschäftigen Sie sich ausgiebig mit den Inhalten der Website.

Haben Sie ihren Favouriten gefunden, sollten Sie telefonisch versuchen einen Termin zu vereinbaren. Sehen Sie den Anruf zunächst als Testanruf und schauen Sie ob Sie freundlich angesprochen werden und wie lange die Wartezeit auf einen Termin ist. Geht es um normale Routinekontrolle so ist die Wartezeit eventuell etwas länger als bei Schmerzpatienten. Betonen Sie direkt, dass Sie sich sehr Unwohl fühlen und Angstpatient sind. So wird für Sie unter Umständen mehr Zeit eingeplant.

Die eigentliche Behandlung

Die Behandlung beim Zahnarzt
Die eigentliche Behandlung beim Zahnarzt sollte sich so angenehm wie irgendwie möglich darstellen.

Während Sie behandelt werden, sind meistens etwa zwei bis drei Menschen um Sie herum, die an ihnen beziehungsweise in Ihrem Mund arbeiten. Dazu kommen noch persönliche und telefonische Kontakte mit ein oder mehreren Damen an der Anmeldung und eventuell sogar mehrere verschiedene Behandler in der gleichen Praxis. Diese Situation ist natürlich nicht optimal, da besonders ständig wechselnde und neue Zahnärzte keine vernünftige Vertrauensbasis zu Ihnen aufbauen können. Sie sollten sich daher einen Zahnarzt suchen, bei dem Sie wenn er Ihnen sympathisch ist und Sie noch dazu mit seiner Arbeit zufrieden sind, bleiben. Das hat mehrere Vorteile für Sie und gleichzeitig auch für Ihn. Er kennt Sie bald als zuverlässigen Patient/Patientin und ist informiert über Ihre Situation. Er kann dann Versuchen sich auf bestimmte Eigenschaften von Ihnen einzustellen, zum Beispiel das Sie nicht so tief liegen können, die örtliche Betäubung gerne ohne Adrenalin wünschen oder wo bei Ihnen besonders schwierige „Baustellen“ sind.

Fragen Sie schon am Telefon nach bei wem Sie dieses Mal behandelt werden, sodass Sie absolut sicher sind das Sie keine Überraschung zum Beispiel durch Krankheitsvertretung oder ähnlichem erwartet. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Sie durch einen anderen Behandler völlig aus dem Konzept gebracht werden. Sprechen Sie auch mit den Zahnarzthelferinnen, lernen Sie die ein oder andere kennen. Quatschen Sie privat oder auch über die anstehende Behandlung. Die wenigsten Menschen, die Ihnen in der Praxis begegnen werden unfreundlich oder verschlossen sein und wenn doch wechseln sie die Praxis. In einer Zahnarztpraxis sind sie Kunde. Dementsprechend müssen sich Mitarbeiten und Ärzte dir gegenüber auch verhalten.

Den Besuch vorher im Kopf erfolgreich meistern

Zahnarztbesuch im Kopf meistern
Mindset ist in jedem Bereich des Lebens unglaublich wichtig.

Dieser Teil des Artikels beschäftigt sich mit der richtigen Einstellung gegenüber dem Zahnarztbesuch. Sie müssen sich das richtige „Mindset“ für den Besuch des Zahnarztes erarbeiten. Dazu gilt es den Zahnarztbesuch zu visualisieren:

Der Termin ist ausgemacht und kommt immer näher…. Sie müssen zunächst im Kopf gewinnen, bevor Sie in der Realität gewinnen können. Skifahrer gehen die Abfahrt im Kopf unzählige Male durch und „Simulieren“ den erfolgreichen Abschluss ihres Wettkampfs bis ins letzte Detail. Genau das müssen Sie sich angewöhnen und mehrfach durchspielen.

Nehmen Sie sich genug Zeit, den gesamten Besuch im Kopf durchzugehen. Was sind die Beschäftigungen vor dem Besuch? Um welche Uhrzeit ist der Termin? Lassen Sie sich bewusst auf das exakte Szenario ein. Sie betreten die Praxis, die Begrüßung am Empfang, die Zeit im Wartebereich und wie Sie schlussendlich ins Behandlungszimmer mitgenommen werden. Stellen Sie sich die Situation positiv vor, wie Sie stark genug sind die Zeit vor Ort durchzustehen, wie Sie schmerzfrei behandelt werden, jederzeit die Kontrolle über die Situation haben und alle Personen Sie geduldig und nett behandeln. Malen Sie sich genau aus, wie Sie während der Behandlung immer entspannter werden, weil Sie merken, dass Sie keine Schmerzen haben. Sie denken sich: „So macht Zahnarzt wirklich Spaß“. Stellen Sie sich vor wie Sie nach Verlassen der Praxis unheimlich erleichtert sind, dass Sie diesen Schritt erfolgreich hinter sich gebracht haben.

Egal wie viel noch vor Ihnen liegt Sie haben einen großen Schritt geschafft, Sie befinden sich auf dem richtigen Weg. Nehmen Sie sich vorher schon vor, dass Sie sich hinterher belohnen. Faulenzen Sie den Rest des Tages, schauen Sie mehrere Folgen ihrer Lieblingsserie oder ähnliches.

Trainieren Sie täglich vor dem Zahnarztbesuch, es ist unheimlich wichtig mental gut vorbereitet zu sein.

Der Blick hinter die Kulissen

Im Verlauf des Artikels ging es bisher lediglich um Sie und Ihre Gefühle. Dieses Denkmuster ist allerdings zu simpel und gleichzeitig engt es Sie ein. Sie fühlen sich gefangen, die Angst fesselt Sie mit unsichtbaren Ketten und führt zu ohnmachtsartigem Verhalten, meistens zu Tatenlosigkeit. Um diese Fesseln abzulegen folgt der nächste essentielle Punkt: Verändern Sie Ihre Blickwinkel und erweitern Sie so Ihren Horizont.

Der Zahnarzt wird häufig als Masochist, Schlächter oder Metzger dargestellt, der Freude daran hat Patienten zu quälen. Medien stürzen sich in regelmäßigen Abständen mit reißerischen Schlagzeilen auf eine gesamte Berufsgruppe und verunglimpfen diese regelrecht. Natürlich gibt es Zahnärzte, die aufgrund ihres Charakters nicht zu Ihnen passen. Es gibt mit Sicherheit auch unter Zahnärzten schwarze Schafe, die auf verschiedenen Ebenen ihr Berufsbild anders interpretieren als gewünscht. Diese gibt es allerdings in wirklich jedem Beruf, dass kann niemand verhindern.

In der Regel ist es allerdings so, dass die meisten Zahnärzte ihre Arbeit mit großer Leidenschaft und nach bestem Wissen und Gewissen ausführen. Zahnärzte haben diesen Beruf erlernt, da sie handwerkliche Geschicklichkeit mit medizinischem Interesse kombinieren wollen und dazu gerne mit Menschen arbeiten. Das Ziel ist es mit der Arbeit Ihre Situation in den verschiedenen Bereichen, Schmerzfreiheit, Optik und Funktionalität zu verbessern.

Kein Zahnarzt hat es gerne, wenn seine Patienten während der Behandlung Schmerzen haben. Im Gegenteil, es ist sogar viel leichter für den Behandler, wenn der Patient entspannt ist. Je ruhiger und gelassener die Behandlung verläuft um so angenehmer ist diese für beide Seiten. Der Behandler hat nicht das Gefühl von Zeitdruck und das Ergebnis ist meistens ebenfalls besser.

Zusammenfassend ist also festzustellen, dass auch der Zahnarzt das bestmöglichste Ergebnis mit einer stressfreien Behandlung erzielen möchte. Der Zahnarzt ist nicht Ihr Feind!!

Hilfsmittel, die den Zahnarzttermin vereinfachen

ANti_stressball
Der Anti-Stressball scheint zunächst recht unspektakulär, hat allerdings einen beeindruckenden Effekt.

Sie sind mental jetzt vollständig auf den bevorstehenden Eingriff eingestellt und sollten sich nun auch noch gewisse Hilfsmittel zulegen.

Der Beruhigungsball zum Start

Sie können sich einen Beruhigungsball, auch Anti- Stressball(Amazon Link) genannt, zulegen. Diese Bälle können Sie während der Behandlung quetschen und drücken so viel und stark Sie wollen und damit einen Ausgleich zu dem Behandlungsstress schaffen. Der erzielte Effekt wird Übersprunghandlung genannt und die erfolgreiche Wirkung ist durch Studien belegt. [1]

Kopfhörer oder Fernseher

Ein sehr einfaches Mittel sich während der Behandlung abzulenken sind Kopfhörer, die Ihnen die Musikbeschallung ermöglichen. Durch die Musik blenden Sie große Teile der Umgebung aus und die Zeit vergeht gefühlt schneller. Dennoch geht mit dem Ausblenden der Umwelt auch ein Stück kontrolle über die Situation verloren. Probieren Sie die Kopfhörer während der Behandlung aus und wenn Sie merken, dass Ihnen das mehr schadet als hilft, packen Sie sie wieder weg.

Es gibt viele Praxen die bereits Fernseher an der Decke montiert haben, sodass Sie sich dort abgelenkt werden.

Hypnose

Hypnose während der Zahnarztbehandlung
Die Hypnose kann bei vielen Patienten eine sehr angenehme Behandlung ermöglichen.

Es gibt Zahnärzte, die eine Hypnosebehandlung anbieten. Die Behandlung unter Hypnose folgt einem ähnliches Prinzip wie die weiter oben angesprochenen Methoden: ABLENKUNG.
Häufig werden sogenannte „Traumreisen“ angeboten, bei denen der Patient in eine Art Trance versetzt wird.

Hypnosebehandlung kann nicht bei jedem Patienten eingesetzt werden, sodass Sie zunächs ausprobieren sollten, ob die Hypnose bei Ihnen anschlägt. Verabschieden Sie sich bitte von der im Fernsehen gezeigten Art der „Showhypnose“. Diese funktioniert nicht so wie Sie dargestellt wird!

Lachgasbehandlung

Ebenfalls in erwägung zu ziehen wäre eine Behandlung unter Lachgas. Lachgas wird von manchen Zahnärzten eingesetzt, da es sich sehr gut „steuern“ lässt, sobald die Lachgaszufuhr abgestellt ist, verschwindet die Wirkung. Lachgas kann eine Behandlung für Sie deutlich erträglicher machen.

Narkosebehandlung

Die letzte Möglichkeit ist die Behandlung unter Vollnarkose. Zahnärztliche Behandlungen unter Vollnarkose machen in verschiedenen Fällen durchaus Sinn. Dabei sind vor allem Weißheitszahnentfernungen Eingriffe, die häufig in Vollnarkose durchgeführt werden.
Einfachere Behandlungen wie beispielsweise Füllungen oder Wurzelbehandlungen sind normalerweise in lokaler Betäubung gut auszuhalten.

Dennoch kann es Sinn machen, wenn eine sehr umfangreiche „Sanierung“ geplant ist, diese in Vollnarkose durchzuführen.
Ein möglicher Fall wäre der folgende:
Wenn Patienten jahrelang nicht beim Zahnarzt waren und viele „Baustellen“ anfallen, dann kann die Hürde überhaupt anzufangen, sehr hoch sein. Durch eine einmalige Narkosebehandlung kann ein großer Fortschritt erzielt werden. Allerdings sollten weitere Behandlungen wieder in lokaler betäubung durchgeführt werden, da ständige Narkose für Ihren Körper sehr belastend sein können.

Therapeuten um Hilfe bitten

Wenn Sie alleine nicht weiter kommen, wäre eine Überlegung sich einen Therapeuten an seine Seite zu holen. Therapeuten können gelgentlich Denkanstöße anregen, auf die Sie selber nicht gekommen wären und Ihnen so mit Sicherheit einen großen Teil der Angst nehmen.

Fazit

Die Angst vor dem Zahnarzt ist besiegt
Das Gefühl des Erfolges, dass sich nach den ersten Zahnarztbesuchen einstellt kann unheimlich befriedigend und befreiend sein.

Zum Ende des Artikels wollen wir Ihnen nochmals einen Leitfaden an die Hand geben, erfolgreich Ihre Zahnarztangst zu besiegen:

Die ersten Schritte müssen in Ihrem Kopf passieren. Verstehen Sie warum und wovor Sie Angst haben und schreiben Sie sich Stichpunkte auf. Verdeutlichen Sie sich ganz genau, welche Dinge beim Zahnarzt Sie so fürchten. Falls es die Spritze ist, gibt es eine kleine Oberflächenbetäubung, die der Zahnarzt vorher benutzen kann, damit Sie den Einstich nicht merken.

Mindset: Kommen Sie aus der Opferrolle heraus. Überlegen Sie sich warum Sie endlich zum Zahnarzt gehen müssen und hängen Sie sich den Zettel gut sichtbar in Ihrer Wohnung auf. Visualisieren Sie den Zahnarztbesuch und nutzen Sie Methoden wie autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jakobsen. Diese Maßnahmen sind die optimalen Vorbereitungen für den nächsten Termin.

Hilfreiche Tools: Nutzen Sie hilfreiche Tools wie Kopfhörer, Beruhigungsbälle oder andere, die Ihnen während des Zahnarztbesuchs als Ablenkung dienen.

Setzen Sie sich zunächst kleine Ziele. Fassen Sie den Mut und gehen zum ersten Beratungstermin. Nehmen Sie sich kurze aber dafür häufigere Termine vor.

Letztendlich liegt es an Ihnen: Mut fassen, Glaubenssätze ablegen, Entscheidung treffen und neue Gewohnheiten ausbilden!

Quellen

[1]https://karrierebibel.de/stressball-wirkung/

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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