Zahnpflege optimieren – Die perfekte Routine


Zahnpflege optimieren - Die perfekte Routine

Gute Zahnpflege ist ein Baustein zu optimaler Gesundheit und zu Wohlbefinden. Selbst wenn Sie von Natur aus schöne, gesunde und starke Zähne haben, braucht es Ihren Einsatz, um diesen Zustand zu erhalten. Die positive Nachricht ist, dass der zeitliche Aufwand sich stark in Grenzen hält um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Wie bei vielen gilt auch hier: Einen Tag in der Woche zwei Stunden Zähneputzen und den Rest der Woche gar nicht macht absolut keinen Sinn. Es kommt auf regelmäßige Zahnpflegeroutine und eine eingefleischte Gewohnheit an.

In diesen Artikel stellen wir Ihnen übersichtlich eine mögliche Routine vor. Vieles wird Ihnen natürlich bekannt vorkommen, allerdings ist es wichtig sich die Basics immer wieder vor Augen zu führen.

Eine wichtige Grundregel gleich zu Beginn: Die Zähne sollten mindestens zweimal täglich geputzt werden. Auf keinen Fall sollte man zu Bett gehen, ohne sich die Zähne zu putzen, sonst können Bakterien während der gesamten Zeit die Sie schlafen negativ auf den Zahnschmelz einwenden. Jetzt aber mehr ins Detail:

Richtige Zahnpflege – Was gehört alles dazu und in welcher Reihenfolge?

Vor dem Zähneputzen sollte Zahnseide verwendet werden. Zahnseide hilft, Karies und Zahnfleischproblemen vorzubeugen und hinterlässt ein sehr sauberes Gefühl im Mund.
Am besten putzt man seine Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste. Diese zeigt automatisch an, wann genug geputzt wurde. Zudem reinigt sie durch ihre vibrierenden Bewegungen die Zähne deutlich besser als eine herkömmliche Handzahnbürste. Die meisten elektrischen Zahnbürsten signalisieren zudem, sollte man zu viel Druck beim Putzen ausüben. Manche melden sich nach jeweils 30 Sekunden. So weiß man, wann es Zeit ist, den Quadranten zu wechseln. Dann hat man automatisch eine Kontrolle darüber, dass jeder der vier Quadranten gleich lange geputzt wird.
Es ist natürlich darauf zu achten, die Bürste regelmäßig alle zwei Monate zu wechseln und diese nach Gebrauch gründlich zu reinigen. Keinesfalls sollte sie zu einem Bakterienherd verkommen.
Die Zahnzwischenräume können zusätzlich mit Interdentalbürsten gereinigt werden, die in verschiedenen Größen und Formen erhältlich sind.

Zungenreinigung

Nach dem Zähneputzen sollte auch einmal am Tag die Zunge gereinigt werden. Besonders wenn man unter Mundgeruch leidet, ist eine Zungenreinigung unerlässlich. Auf der Zunge sammeln sich Ablagerungen, die geruchsbildend sind. Diese können aber auch die Zähne und das Zahnfleisch angreifen und somit Karies, Paradontitis oder andere Erkrankungen verursachen. Daher ist es sehr empfehlenswert, die Zungenreinigung in die Zahnpflegeroutine aufzunehmen. Die Zunge kann mit einem speziellen Zungenschaber gereinigt werden. Zur Not tut es aber auch die normale Zahnbürste. Der beste Zeitpunkt für die Zungenreinigung ist der Morgen. So werden die angesammelten Beläge der Nacht entfernt.

Zur Zungenreinigung streckt man die Zunge weit heraus und arbeitet mit der Bürste oder dem Schaber von hinten nach vorne. Der gesamte Zungenrücken wird geschabt, um den weißen Belag zu entfernen. Wie beim Zähneputzen gilt auch hier: Nicht mit zu viel Druck arbeiten. Sonst verletzt man die empfindliche Zungenschleimhaut mit ihren Geschmacksknospen und Zungenpapille. Nach der Reinigung sollte man gründlich spülen. Anfangs kann die Zungenreinigung Würgereiz auslösen. Dies wird jedoch mit jeder Anwendung besser. Man gewöhnt sich an die Prozedur.

Zahnpflegekaugummi

Ein Zahnpflegekaugummi nach dem Essen sorgt für einen frischen Atem und entfernt zudem Essensreste. Dieser reicht allerdings nicht als Ersatz für die Zahnbrüste aus!

Wer sehr ambitioniert ist, kann man auch nach jeder Mahlzeit Zahnseide verwenden. Die Anwendung von Zahnseide wirkt sich stets positiv auf die Zahngesundheit aus.

Zahnpasta

Eine fluoridhaltige Zahnpasta beugt Karies vor und kann ab einem Alter von sechs Jahren verwendet werden. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und kann geringfügige Zahnentkalkungen reparieren. Wichtig ist es, die Zahnpasta immer nach dem Putzen auszuspucken. Dies ist auch der Grund dafür, warum Kinder unter sechs Jahren keine fluoridhaltige Zahnpasta verwenden sollten. Sonst könten Sie eine Fluorose entwickeln, im Zuge derer weiße Streifen oder Flecken auf den Zähnen entstehen. Mit der Zeit werden diese Flecken dunkler.

Aufhellende Zahnpasten?

Viele Menschen leiden unter Verfärbungen der Zähne. Diese entstehen durch den Konsum von Kaffee, Tee, Wein, Zigaretten oder sind manchmal auch genetisch bedingt. Abhilfe versprechen hier aufhellende Zahnpasten. Von einer regelmäßigen Anwendung aufhellender Zahnpasta ist jedoch abzuraten. Sie kann den Zahnschmelz beschädigen.
Für Kinder ist auch die gelegentliche Verwendung von aufhellenden Zahncremes nicht geeignet, da sie einen empfindlicheren Zahnschmelz als Erwachsene haben.
Wenn man seine Zähne aufhellen möchte, ist es ratsam, einen Zahnarzt zu konsultieren. Dieser kann einschätzen, was für den jeweiligen Fall am besten geeignet ist.

Mundspülung

Die Mundspülung schließt das Zähneputzen ab und sorgt für langanhaltend frischen Atem. Durch das Spülen erreicht man schwer zugängliche Stellen im Mund, die durch die antibakteriellen Inhaltsstoffe der Mundspülung gereinigt werden. Dabei gilt es zwischen kosmetischen und medizinischen Zahnspülungen zu unterscheiden.
Kosmetische Zahnspülungen kommen täglich zum Einsatz. Darunter versteht man die Zahnspülungen, die in der Drogerie erhältlich sind. Sie helfen, das Zahnfleisch gesund zu erhalten, sorgen für einen frischen Atem oder dienen als Kariesprophylaxe. Auch können sie den Zahnschmelz härten, wenn sie Fluorid enthalten. Durch den Zusatz von ätherischen Ölen verleihen sie ein angenehmes Frischegefühl im Mundraum. Meist enthalten kosmetische Zahnspülungen Alkohol. Möchte man das nicht, so muss die Liste der Inhaltsstoffe vor dem Kauf genau durchgelesen werden.
Medizinische Mundspülungen findet man ausschließlich in der Apotheke. Diese helfen etwa, Entzündungen im Mundraum zu bekämpfen. Häufig werden sie nach Operationen verwendet. Sie enthalten den Wirkstoff Chlorhexidin in höherer Konzentration. Diese Mundspülungen sollten nicht dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum hinweg angewandt werden.

Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten

Die Benutzung von Zahnseide ist ein Muss für eine gründliche Zahnpflege. Verwenden Sie keine Zahnseide, so reinigen Sie etwa 43% der Zahnflächen gar nicht. Mindestens einmal am Tag sollte mit Zahnseide gearbeitet werden, aber prinzipiell gilt: Mehrmals ist immer besser. Zahnseide kann man praktisch nicht zu oft anwenden.
Wird die Zahnseide nur einmal täglich benutzt, dann ist der beste Zeitpunkt dafür abends vor dem Schlafengehen, am besten vor dem letzten Zähneputzen.
Es gibt verschiedene Arten von Zahnseide: Gewachste, ungewachste und spezielle Zahnseide, etwa für einen festen Zahnersatz. Es gibt sie mit speziellen Geschmacksrichtungen oder einer Fluoridbeschichtung.
Die ungewachste Zahnseide fasert bei der Anwendung, was auf Karies oder suboptimal abschließende Füllungsränder hinweisen kann. Gewachste Zahnseide gleitet besonders gut durch die Zahnzwischenräume.
Wenn man im Umgang mit Zahnseide nicht geübt ist, kann man auf Zahnseidehalter zurückgreifen. Aber mit ein wenig Geschick hat man es auch ganz schnell heraus, ein 50 cm langes Stück Zahnseide richtig zu benutzen. Man wickelt die Enden jeweils um die Mittel- oder Zeigefinger beider Hände und spannt die Seide für die Benutzung an. Es sollten etwa 10 cm gespannte Seide zwischen den beiden Händen sein. Diese legt man über die Daumen und führt nun die Zahnseide durch die Zahnzwischenräume. Die Zahnseide wird U-förmig um jeden Zahn gelegt und eng am Zahn entlang bewegt, so dass die Beläge vom Zahn entfernt werden. Für den nächsten Zahn wird die Seide etwas weiter aufgewickelt, so dass für jeden Zahn ein sauberes Stück Zahnseide verwendet wird.

Wir haben einen seperaten Artikel zum Thema Zahnseide verfasst, den Sie hier lesen können.
Wer bislang keine Zahnseide benutzt hat, kann anfangs unter Zahnfleischbluten leiden. Das kommt daher, dass zu viel Druck beim Bewegen der Zahnseide ausgeübt wird und das Zahnfleisch durch eine leichte Entzündung oft sehr empfindlich ist. Es ist jedoch nicht weiter tragisch und wird bei regelmäßiger Anwendung nicht mehr auftreten. Blutet das Zahnfleisch dennoch weiter, sollte beim Zahnarzt die Ursache dafür geklärt werden.

Zahnzwischenraumbürstchen

Zahnzwischenraumbürsten – oder Interdentalbürsten – sind wichtig, um die Zahnzwischenräume gründlich zu säubern. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen. So kann für jeden Zahnzwischenraum die passende Bürste gefunden werden. Bei manchen Menschen liegen die Zähne eng beieinander, andere haben wiederum etwas größere Abstände zwischen den Zähnen. Die Interdentalbürste sollte fünfmal pro Zahnzwischenraum hin- und her bewegt werden. Zwischendurch sollte sie immer wieder unter fließendem Wasser gereinigt werden. Bei den Interdentalbürsten gilt wie auch bei den Zahnbürsten: Diese müssen regelmäßig alle zwei Wochen gewechselt werden und können also nicht so lange wie normale Zahnbürsten benutzt werden.

Professionelle Zahnreinigung

Um die Gesundheit der Zähen zu erhalten, ist eine professionelle Zahnreinigung unerlässlich. Diese sollte im Idealfall zweimal im Jahr vorgenommen werden. Dabei werden Beläge von den Zähnen entfernt, die wir selbst beim Putzen nicht mehr weg bekommen. Beläge verfestigen sich an schwer zugänglichen Stellen im Mund und werden nach einer Weile zu Zahnstein. Dann kann nur noch eine professionelle Zahnreinigung Abhilfe schaffen. Besonders anfällig sind die Zahnzwischenräume und die Zahnfleischtaschen. Verwendet man regelmäßig Zahnseide, ist das schon die halbe Miete. Aber richtig gründlich werden diese Stellen erst durch moderne Pulverstrahlgeräte beim Zahnarzt gereinigt. Diese nennt man „Airflow“.
Eine angenehme Nebenwirkung hat die professionelle Zahnreinigung auch: Verfärbungen, die etwa durch den Konsum von Kaffee, Tee, Zigaretten oder Wein entstehen, werden entfernt und die Zähne werden hier erfolgreich entfernt. Natürlich ist der Effekt nach einer professionellen Zahnreinigung nicht so intensiv wie nach einer Zahnaufhellung. Dafür ist die Prozedur aber etwas schonender und günstiger.

Zahnpflege bei Kindern

Grundsätzlich gilt: Sobald der erste Zahn da ist, sollte mit dem Putzen begonnen werden. Auch Kindern sollten die Zähne zweimal täglich geputzt werden. Beim Baby gibt es spezielle Fingerschuhe zum Zähneputzen. Jedoch kann auch bei einem Baby von Anfang an eine kleine, weiche Zahnbürste verwendet werden. Wenn dann alle Zähne da sind, können auch Kinder eine elektrische Zahnbürste verwenden.

Wann sollte man auf keinen Fall Zähne putzen?

Es gibt Zeitpunkte, da schadet das Zähneputzen mehr als es nutzt. Das ist unmittelbar nach der Aufnahme von sehr sauren oder zuckrigen Lebensmitteln der Fall. Putzt man sich direkt nach dem Verzehr von Süßigkeiten oder Obst die Zähne, schädigt man damit den Zahnschmelz. Es empfiehlt sich zu warten, bis der PH-Wert im Mund sich wieder stabilisiert hat und erst dann zu putzen. Etwa 20-30 Minuten nach dem Verzehr von Obst oder Süßem kann wieder bedenkenlos geputzt werden.
Dies sollte man vor allem morgens berücksichtigen. Startet man mit viel Obst, Schokomüsli oder süßer Marmelade in den Tag, so sollten nicht unmittelbar nach dem Frühstück die Zähne geputzt werden. Besser ist es dann, eine umfassende Zahnpflege vor dem Essen durchzuführen. Nach dem Essen kann man mit Zahnseide oder Zahnstocher sowie dem gründlichen Spülen mit Wasser die Essensreste des Frühstücks entfernen. Grundsätzlich gilt aber: Nach dem Frühstück ist der korrekte Zeitpunkt für Zahnpflege.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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