Zahnschmerzen nach Füllung – Wieso und was tun?


Zahnschmerzen nach Füllung - Wieso und Was tun groß

Gesunde und gepflegte Zähne prägen heute mehr denn je das Schönheitsideal unserer Gesellschaft. Ein jeder wünscht sich schöne und strahlende Zähne. Denn ein schönes Lächeln kann bezaubern und ist unbezahlbar. Kosten dafür werden zwar zähneknirschend, aber immer häufiger und bereitwilliger in Kauf genommen. Zumal Krankenkassen meist nur einen Teil des finanziellen Aufwands erstatteten, sodass die privaten Kosten zwangsläufig steigen. Schmerzen im Rahmen notwendiger Behandlungen werden ausgehalten und ertragen. Denn der Traum vom ewigen Lächeln will gelebt werden.

Fast jeder verbindet jedoch, trotz der mittlerweile immensen Bedeutung eines astreinen Gebisses, den Gang zum Zahnarzt mit einem unwohlen und mulmigen Gefühl. Denn viele Menschen suchen den Facharzt nur auf, wenn Sie Zahnschmerzen haben, dann ist es allerdings meistens schon zu spät! Zuckerhaltige Getränke und zu viel Zucker in Fertigspeisen sowie kohlenhydrathaltige Ernährung verursachen Karies, was unsere Zähne erkranken lässt und häufig eine Sanierung der eigentlich widerstandsfähigen Beißer notwendig macht. Die berühmten „Löcher“ in den Zähnen, die der Zahnarzt bei den meisten Menschen dann findet, sind allerdings häufig schnell und unkompliziert wieder repariert. Mit einer passenden Füllung wird der Zahn repariert und im Handumdrehen wieder auf Vordermann gebracht.

Was aber, wenn nach der Behandlung unerwartet Schmerzen einsetzen?
Der häufigste Grund dafür ist, dass die Karies, die entfernt wurde, bereits zu weit ins Zahninnere vorgedrungen war. Andere Gründe können mangelder Verbund zwischen Zahn und Füllung oder auch eine Überbelastung des Zahnes durch die neue Füllung sein.

Im folgenden Artikel werden die angesprochenen Problematiken ausführlich erklärt, sodass keine Fragen offen bleiben.

Der Albtraum Zahnschmerz

Zahnschmerzen nach Füllung

Für die meisten Menschen gibt es kaum schlimmere und unerträglichere Schmerzen als Zahnschmerzen. Sie beginnen oft schleichend und setzen sich zum Leidwesen des Betroffenen mitunter hartnäckig fest. Leider werden Zahnschmerzen häufig auch zu lange ignoriert und der Termin wird aufgeschoben, bis es wirklich nicht mehr geht.Manchmal schlagen sie auch ganz ohne Vorwarnung zu und sind einfach da. Einmal falsch zugebissen und schon begleitet er sie: Der gefürchtete Schmerz am Zahn. Gut, wenn Sie dann schnellstmöglich den Zahnarzt Ihres Vertrauens aufsuchen.

Gelegentlich passiert es aber auch, dass die Zahnschmerzen erst nach einer Behandlung beim Zahnarzt einsetzen. Oder sogar verstärkter als vorher auftreten. Nicht nur das Essen und Trinken wird jetzt zur Qual, sondern auch die Stimmungslage verschlechtert sich zunehmend. Sie sind zum Zahnarzt gegangen in der Absicht, dieser möge Sie von den Schmerzen befreien. Oder schlimmer noch: Nach dem Besuch sind die Schmerzen stärker als vorer!
Jetzt begleitet Sie ein pochender oder gar pulsierender Schmerz den ganzen Tag. Sie empfinden Verzweiflung und Hilflosigkeit. Der ganze Mundraum tut nur noch weh – beim Öffnen, beim Kauen, beim Schlucken.

Das Gefühl des Schmerzes

Schmerzen nach einer Zahnbehandlung sind nicht unüblich und können auch bis zu einem gewissen Ausmaß normal sein. Gerade wenn der Zahn durch Bohren, Schleifen und chemische Füllungen extrem beansprucht wurde, sind Schmerzen als Folgeerscheinungen nicht ungewöhnlich. Der behandelte Zahn macht sich nach einer Behandlung mit einem stechenden, brennenden oder unterschwellig drückenden Ziehen bemerkbar. Hält das schmerzhafte Gefühl allerdings an oder geht über in ein dumpfes und wummerndes Schmerzgefühl, kann dies tatsächlich auch eine Warnung dafür sein, dass etwas nicht stimmt.

Wenn Schmerzen nach einer Füllungstherapie vehement nicht nachlassen, dann bleibt Ihnen ein erneuter Besuch beim Zahnarzt nicht erspart. Denn die Ursache muss schnellstmöglich gefunden und behoben werden. Der Zahnarzt hat in der Regel bei der Füllung auch nicht gepfuscht, wie Sie vielleicht anfänglich vermuten. Der Auslöser für unaufhörliche Schmerzen nach einer Zahnfüllung liegt oftmals ganz woanders.

Grundlagen zum Thema Zahnfüllungen

Grundlagen zum Thema Füllungen

Die Ursache für Schmerzen nach einer Füllungstherapie kann relativ simpel sein. Denn insbesondere, wenn die betäubende Wirkung eines verabreichten Anästhetikums nachlässt, kann der Schmerz am Zahn umso stärker empfunden werden. Hier gilt: Nicht gleich panisch werden, sondern ein bis zwei Tage abwarten. Im Idealfall lässt das Schmerzgefühl schon nach wenigen Tagen nach. Bedenken Sie, dass Zahnfüllungen zu den zahnärztlichen Routineeingriffen gehören! Der Zahn wird durch das Bohren und die zu verwendeten Substanzen irritiert und kann sich daher hinterher gerne bemerkbar machen.

Trotzdem sind Patienten nach einer Füllung nicht immer glücklich und zufrieden und in manchen Fällen werden weitere Behandlungen nötig, weil sich die gewünschte Schmerzfreiheit nicht einstellen will. Das liegt nicht etwa an der Kompetenz des Zahnarztes, sondern an einer von vielen möglichen Ursachen, die nach der Behandlung auftreten konnte. Die Füllung wird meistens unkompliziert eingesetzt und ist häfuig nicht das eigentliche Problem für den schmerzenden Zahn.

Um zu verstehen wo die Probleme herkommen können, sollten Sie sich zunächst bewusst machen, was eine Füllung genau ist und wie diese gemacht wird. Diese Aspekte werden im folgenden Teil des Ariktels erörtert.

Was ist eine Füllung?

Was ist eine Füllung
Die Füllung ersetzt den Teil des Zahnes, der vorher durch die Karies zerstört wurde. In dem Bild erkennen Sie eine Amalgamfüllung, die in der Mitte des Zahnes platziert wird.

Füllungen oder umgangssprachlich auch „Plomben“ sind das klassische Mittel, wenn Karies (Zahnfäule) die Substanz des Zahnes so massiv zerstört hat, dass sie abgestorben ist und ersetzt werden muss. Ein verfaulter und defekter Zahn kann mit der richtigen Füllung wieder so hergestellt werden, dass er praktisch wie neu aussieht und seine Kau- und Beißfunktion wiederhergestellt werden kann.
Zahnfüllungen sind deshalb so beliebt, weil sie eine kostengünstige und adäquate Alternative zum aufwendigen Zahnersatz sind. Bevor kranke Zähne gänzlich gezogen und durch Kronen oder Implantate ersetzt werden, rät der Zahnarzt in der Regel zu einer geeigneten und widerstandsfähigen Füllung, um den betroffenen Zahn in seiner originären Form erhalten zu können. So wird vermieden, dass Sie Ihre Zähne frühzeitig verlieren. Außerdem haben Füllungen eine schützende Funktion vor weiterem Kariesbefall. Füllungen sind zudem immer dann sinnvoll, wenn die Defekte noch nicht zu groß sind. Sind sehr große Teile des Zahnes betroffen, so kann unter Umständen eine Krone nötig werden.

Wie wird eine Füllung gemacht?

Zunächst wird bei einem kariösen Zahn die erkrankte Substanz vollständig entfernt. Hierfür verwendet der Zahnarzt üblicherweise verschiedene Bohrer. Teilweise kommt bei diesem Vorgang auch moderne Lasertechnik zum Einsatz oder chemische Verfahren werden angewendet, um kranke Zahnsubstanz zu eliminieren. Von der gesunden Zahnmaterie wird dabei so viel wie möglich beibehalten, damit der erkrankte Zahn nicht zu stark beschädigt wird.
Nach dem Teil des sogenannten „exkavierens“ geht der Zahnarzt zum Verschluss des Lochs, welches durch das Bohren entstanden ist, über. Im Anschluss daran wird die vom Patienten präferierte und vom Arzt empfohlene Füllung eingesetzt. Dabei werden zwei Arten von Füllungen unterschieden. Die plastischen Füllungen werden direkt in den Zahn eingebracht. Sie sind formbar und können demnach perfekt das vorhandene Loch abdichten.
Anders verläuft es bei Einlagenfüllungen. Diese werden außerhalb des Mundraums gefertigt und bereits vor dem Einbringen anhand des Zahnlochs geformt, ehe sie schließlich in den Zahn eingepasst werden. Hierzu zählen vor allem die hochwertigen, aber auch teureren Inlays aus Gold oder Keramik.

Das Füllungsmaterial

Sie entscheiden letztlich in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt gemeinsam, welche Füllung für Sie die richtige ist. Dabei sind folgende Faktoren ausschlaggebend: Größe des Lochs, Lage des Lochs, Kosten für das verwendete Füllmaterial, Langlebigkeit und Haltbarkeit des Materials sowie die Optik. Die finale Entscheidung liegt dann bei Ihnen als Patient.
Zahnfüllungen bestehen aus unterschiedlichen Materialien, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Einige Materialien werden nur teilweise oder sehr wenig von den Krankenkassen bezuschusst.

Amalgam

Amalgam ist eine Mischung aus diversen Metallen wie Kupfer, Zinn und Silber und weist zusätzlich einen geringen Quecksilberanteil auf, weswegen es mittlerweile als Füllmaterial umstritten ist. Quecksilber gilt als giftig, wobei bisher keine evidenten Studien vorliegen, dass Amalgamträger jemals durch eine solche Füllung vergiftet wurden. Deswegen gilt es auch nach wie vor als beliebtes Füllmaterial, weil es sehr haltbar und besonders robust ist. Amalgam ist silberfarben und verfärbt sich im Laufe der Zeit dunkel. Wer viel Wert auf Ästhetik legt, wird sich immer gegen Amalgam entscheiden. Es wird bevorzugt auch bei Backenzähnen mit großen Löchern verwendet, denn kaum ein anderes Füllmaterial ist so strapazierfähig.

Komposit- oder auch Kunststoff- oder Keramikfüllungen

Komposit-Füllungen bestehen zu 20% aus Kunststoff und 80% aus Glas- und Keramikpartikeln. Da der Kunststoffanteil relativ gering ist, sind sie inzwischen auch stabiler geworden. Komposit eignet sich hervorragend für die Restaurierung von Front- und Seitenzähnen. Die Füllung ist zahnfarben und entspricht deswegen eher als Amalgam den ästhetischen Ansprüchen der Patienten. Komposit-Füllungen sind vergleichsweise günstig und werden von vielen Krankenkassen bezuschusst. Im Durchschnitt liegt die Zuzahlung hier zwischen 30 und 100 Euro.

Inlay aus Keramik

Ein Inlay ist eine Art Keramikfüllung, die individuell im Labor angefertigt wird, nachdem der Zahnarzt einen Zahnabdruck abnimmt. Anschließend wird die vorgeformte Füllung in den Zahn eingeklebt. Diese Füllung ist hochwertig und kann neben Keramik auch aus Kunststoff, Gold oder anderen Metallen bestehen. Bei größeren Zahnschäden, die mit einer Komposit-Füllung nicht wiederherstellbar sind, wird häufig zu einem Inlay geraten. Inlays sind für Allergiker geeignet und zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus. Allerdings sind sie auch kostenintensiver als plastische Füllungen und können in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei chronischem Zähneknirschen, brechen. In solchen Fällen muss das komplette Inlay ersetzt werden.

Inlay aus Gold

Goldfüllungen werden im zahntechnischen Labor gegossen. Gold kann nicht wie Amalgam oder Kunststoff gestopft werden. Die Füllbehandlung mit Gold ist deswegen aufwendiger und erheblich teurer als andere Füllmaterialien. Es ist ein sichtbares Material, dass nicht zahnfarben ist. Aber auch wegen seiner langen Lebensdauer und seiner Hochwertigkeit wird es früher wie heute sehr geschätzt. Unter Goldinlays bildet sich sehr selten wieder karies, da Gold den Zahn sehr gut abdichtet.

Zementfüllungen (meist: Glasionomerzement)

Füllungen aus Zement werden eigentlich nur als Übergangslösung genutzt und sind somit als provisorische Versorung anzusehen. Es handelt sich hier um eine pulvrige Mischung mit Flüssigkeitsanteil, weswegen Zement als Füllung auch gut haftet. Doch es reibt sich schnell ab und ist nicht dauerhaft stabil. Die Farbe ist milchig-trüb und ist weniger attraktiv als Kunststoff.

Füllungen, egal welcher Art, werden notwendig nach einem kariösem Defekt. Sie sind ein probates Mittel gegen Karies. Die unterschiedlichen Materialien, aus denen Füllungen bestehen, verursachen jedoch nicht selten Irritationen der Mundschleimhäute, des Zahnfleisches oder kleinster Nervenfasern. Aber vor allem die Verarbeitung der Füllung am Zahn kann zu Beschwerden nach der Behandlung führen.

Mögliche Folgen nach einer Füllung

Schmerzen nach der Füllung
Schmerzen nach einer Füllung sind in den ersten Tagen möglicherweise normal.
  • Schwellungen im Mundbereich
  • leichte Blutungen
  • Schäden an nebenstehenden Zähnen
  • Infektionen
  • Zahnwurzelentzündungen/Zahnnerventzündung
  • allergische Reaktionen
  • Druckbeschwerden

Schmerzen treten am häufigsten dann auf, wenn ein Zahnnerv strapaziert oder das innenliegende Zahngewebe, die sogenannte Pulpa, gereizt wurde. Wenn nach dem Einbringen einer Füllung sich ein zunehmend bohrender Schmerz einstellt, muss der Zahnarzt dem möglicherweise noch einmal auf den Grund gehen.

Die verschiedenen Ursachen im Detail

Nach dem Einsatz einer Füllung schwillt oft das Zahnfleisch an, welches durch die Behandlung mit Instrumenten, Desinfektionsmitteln, Betäubungsmitteln, Gels oder dem Füllmaterial selbst erheblich belastet wird. In den ersten Stunden und Tagen nach einer Füllbehandlung sind leichte Schmerzen deshalb vollkommen normal und Sie müssen noch keinen Grund zur Sorge haben. Das Zahnfleisch kann auch leicht verfärbt sein oder beim Zähneputzen bluten. Alle diese Symptome verschwinden in der Regel innerhalb einer Woche.

Vor allem nachts können sich die Schmerzen nach einer neuen Füllung verstärken. Das hängt mit der liegenden Position zusammen, die für eine bessere Durchblutung sorgt. Dadurch weiten sich die Blutgefäße und verursachen so zusätzliche Schmerzen. Bei diesem Symptom sollten Sie aufpassen. Häufig kann das ein Zeichen für eine Reizung oder Entzündung des Nerven sein, die unter Umständen zu einer Wurzelbehandlung führt.

Schädigung des Zahnnervens

Tiefe Füllungen mit Nervnähe
In dieser Darstellung sehen Sie jeweils zwei sehr tiefe Füllungen. Gut möglich, dass der Patient nach der Behandlung Schmerzen hat.

Der Zahnnerv eines geschädigten Zahns wird während einer Behandlung extremen Reizen in sehr kurzer Zeit ausgesetzt. Die durch das Bohren verursachte Hitze kann (trotz Wasserkühlung) dem Zahnnerv stark zusetzen. Auch das anschließende Reinigen, wiederholte Spülungen, verschiedene Säuren, die eingesetzt werden und zugleich eine chemische Reizung des Zahnnervs auslösen, belasten den sensiblen Zahnnerv ungemein. Folge-Schmerzen sind die natürliche Konsequenz eines solchen Prozesses. Je näher die Füllung am Zahnnerv liegt, umso wahrscheinlicher ist eine dauerhafte Schädigung des Pulpagewebes.

Verarbeitung der Füllung

Bleibt ein geringer Hohlraum zwischen Füllung und Zahn zurück, können Schmerzen beim Zubeißen und Kauen die Folge sein. Die Füllung ist dann nicht gänzlich „dicht“ und reagiert auf Kaubewegungen. Die Lösung ist hier das erneuern der Füllung.

Wenn eine Füllung aus Komposit aufgetragen wird, muss diese erste aushärten. Dabei kann das Material minimal schrumpfen. Zwischen Zahn und Füllung können dadurch winzige Spalten entstehen, in denen sich wiederum Karies bilden kann. In der Fachsprache spricht man von Sekundarkaries. Und bald ist auch der Schmerz zurück.
Wenn mehrere Schichten Komposit aufgetragen werden, passiert so etwas seltener. Je aufwändiger also der Zahnarzt mit der Mehrschichttechnik arbeitet, desto geringer ist das Risiko für neue Kariesbildung.

Überbelastung durch zu hohe Füllung

Wurde die Füllung zu hoch gemacht, schmerzt der Zahn ebenfalls. Durch Überbelastung des betroffenen Zahns entsteht ein Druckschmerz beim Kauen. Das kann bei unterlassender Korrektur unter anderem zu Problematiken im Kiefergelenk führen. Schmerzt Ihnen nach einer Füllung das Gelenk, sollte also an eine zu hohe Füllung gedacht werden. Auch die Kaumuskulatur kann infolgedessen betroffen sein.

Weitere Gründe

Verschiedene Materialien, die während einer Behandlung zum Einsatz kommen, können den Zahn und den Zahnnerv reizen. Weil in der Regel mehrere Arbeitsschritte beim Füllen nötig sind, werden zum Beispiel Ätzgel oder Kleber aufgetragen. Auch das Füllmaterial kann den Zahnnerv reizen.

Einige Patienten reagieren allergisch auf das Füllungsmaterial, etwa durch vorhandene Kontaktallergien. Im Fall einer allergischen Reaktion muss die Füllung wieder entfernt werden. Eine Alternative ist ein Inlay aus Keramik.

Eine Zahnwurzelentzündung, im Fachjargon Pulpitis genannt, gehört ebenfalls zu den Ursachen starker Zahnschmerzen. Neben herkömmlichen Schmerzen verspüren Patienten ein permanentes Druckgefühl an dem betroffenen Zahn. Meistens werden die Zähne sehr stark temperaturempfindlich. Falls der Zahn auf Kälte und Wärme stark reagiert, sollten Sie also den Zahnarzt aufsuchen. Eine Wurzelbehandlung ist hier meistens die korrekte Behandlung.

Unterschied zwischen Schmerz nach einer Füllung und bei einer Nervenentzündung

Nochmals kurz die häufigsten Gründe in der Übersicht:

Schmerzen nach einer neuen Füllung können sehr verunsichern, gehen Patienten doch davon aus, dass nach der Behandlung alles gut ist. Vergessen Sie aber dabei nicht, dass insbesondere Zahnnerv und Zahnfleisch sehr empfindlich reagieren. Das lange Aufhalten des Mundes beansprucht den Kiefer stark. Dass sich danach der Mundraum schmerzhaft anfühlt, ist nicht außergewöhnlich. Viele Patienten haben direkt nach der Füllungstherapie noch kein gutes Gefühl für den „veränderten“ Zahn. Außerdem lässt die Betäubung nach und aufkommende Schmerzen werden erst jetzt spürbar. Der behandelte Zahn hat noch zu wenig Bisskraft, weil Sie sich möglicherweise nicht trauen ihn zu benutzen und kann sich anfänglich noch überlastet anfühlen. Es kommt auch vor, dass die Klebung der Füllung nicht richtig hält und das wiederum Schmerzen beim Kauen verursacht.

Schmerz ist vergänglich, aber…

Zahnschmerzen nach einer Füllung können auch nur temporär sein. Es handelt sich lediglich um eine Überempfindlichkeit der betroffenen Stelle. Das Schmerzempfinden lässt bald wieder nach und klingt irgendwann ganz ab. Hier muss nicht weiter behandelt werden.

Anders hingegen ist es bei einer Nervenentzündung, auch Pulpitis genannt. Der Zahnnerv stirbt dann ab und der Zahnarzt muss eine Wurzelkanalbehandlung durchführen.
Wenn also der Zahnnerv abgestorben oder auch nur entzündet ist durch eine bisher nicht entdeckte Karies oder wiederholtes beschleifen des Zahns, ist der Schmerz merklich dumpfer. In liegender Position erhöht er sich noch. Der Zahn wird stark und deutlich temperaturempfindlich. Wenn er mehrere Tage lang in seiner Intensität anhält, müssen Sie erneut den Zahnarzt aufsuchen.

Was muss der Zahnarzt jetzt tun?

Was muss der Zahnarzt jetzt tun?
Die Zahnärztliche Behandlung ist mit den heutigen Möglichkeiten der lokalen Betäubung in der Regel nicht schmerzhaft.

Haben Sie keine falsche Scheu! Wenn die Schmerzen für Sie unerträglich werden, suchen Sie bald Ihren Zahnarzt auf. Wenn sich die Füllung unpassend anfühlt, die Schmerzmittel nicht anschlagen oder Sie gar unter Fieberschüben leiden, gehen Sie sofort zum Zahnarzt!
Wahrscheinlich kann Ihr Problem schneller als gedacht behoben werden und ein Füllungsaustausch genügt manchmal sogar schon. Wenn eine Füllung keine adäquate Möglichkeit mehr ist, gibt es verschiedene Varianten des Zahnersatzes, die Ihr Zahnarzt mit Ihnen besprechen wird.

Möglicherweise reicht schon ein kurzer Blick des Experten und er stellt fest, dass die Füllung nur nochmal etwas abgeschliffen werden muss. Denn es passiert oft, dass Füllungen zu hoch sind und nur etwas bearbeitet werden müssen.
Ansonsten wird ein Röntgenbild zeitnah Aufschluss darüber gehen, woher der Schmerz kommt. Wurde der Zahnnerv stark gereizt bei der Erstbehandlung, kann es durchaus sein, dass die Füllung nochmal entfernt werden muss. Der Zahnarzt legt daraufhin ein Medikament in die Tiefe des gereizten Zahnes, bevor die Kavität, also das Loch, wieder
geschlossen wird. Durch die Behandlung mit dem Medikament kann der Zahn mit etwas Glück beruhigt werden.

Wenn diese Behandlung ebenfalls keinen Erfolg zeigt, dann ist der Zahnnerv oft irreparabel geschädigt und sollte dann entfernt werden:

Worst Case: Irreparable Schädigung des Zahnnervens

Wenn Bakterien bis zum Zahnmark durchdringen und Schmerzen hervorrufen, wird eine Zahnwurzelentzündung oder auch Wurzelkanalentzündung diagnostiziert. Wird diese Kariesinfektion nicht rechtzeitig behandelt, wandert sie durch alle Zahnschichten und zerstört den ganzen Zahn. Selbst nebenstehende Zähne können dann betroffen sein. Eine Zahnwurzelentzündung kann durchaus auch die Folge einer undichten Füllung sein. Ein häufiger Fall ist, dass der Defekt durch die Karies sehr tief reicht und beim entfernen der Karies der Zahnnerv dauerhaft geschädigt wird. In einigen Fällen „eröffnet“ der Zahnarzt das Nervgewebe des Zahnes beim Entfernen der Karies, sodass meistens eine Wurzelkanalbehandlung fällig wird. Sollten Sie in dieser Situation sein, hilft Ihnen unser Artikel zum Thema Wurzelbehandlungen sicher weiter.

Die Symptome für eine Zahnwurzelentzündung können sein:

-starke Schmerzen, vor allem beim Beißen
-extreme Empfindlichkeit bei heißen oder kalten Speisen und Getränken
-dauerhaftes Pochen und Wummern im Gebiss
-Zahnfleischbluten
-Eiter

Eine Wurzelbehandlung kann zwar etwas unangenehm sein, Sie sollten der Therapie allerdings nicht aus dem Weg gehen. Die Wurzelfüllung kann in den ersten Tagen leicht schmerzhaft sein. Ein typischer Druckschmerz ist nicht ungewöhnlich, da das Wurzelkanalsystem gänzlich freigelegt wird und sowohl die Füllung als auch die Behandlung das umliegende Nervengewebe leicht reizen.

Füllung erneuern oder nochmal korrigieren

In vielen Fällen kann der Zahnarzt Ihnen allerdings auch ohne Wurzelbehandlung die Schmerzen nehmen. In einigen Fällen müssen Füllungen erneuert werden, da der Klebeverbund nicht richtig funktioniert hat. In anderen Fällen ist lediglich eine Korrektur der Füllung notwendig, beispielsweise das Einkürzen der Höhe.

Bewährte Mittel gegen die Schmerzen

Zwiebeln als Hausmittel gegen Zahnschmerzen
Zwiebeln können vorrübergehend die Zahnschmerzen lindern, sind allerdings keine Dauerhafte Lösung

Wenn Schmerzen nach einer Füllungstherapie auftreten, müssen Sie nicht gleich verzagen. Denn in den meisten Fällen kann der Schmerz auf natürliche und schonende Art und Weise mit einfachen Mitteln gelindert oder zumindest vorrübergehend abgeschwächt werden.

  1. Zuallererst gilt nach jeder neuen Füllung: Der behandelnde Zahn sollte geschont werden. Das heißt, in den ersten Stunden verzichten Sie am besten auf heiße oder eiskalte Speisen und Getränke (Zumal die Betäubung meist noch wirkt). Essen Sie möglichst nichts allzu Festes in den ersten Tagen und vermeiden Sie extremes Zubeißen oder hartnäckiges Kauen auf harten, zähen oder süßen Lebensmitteln. Auch zuckerhaltige Getränke dürfen gern vom Ernährungsplan gestrichen werden. Gönnen Sie Ihrem sensiblen Zahn von seiner täglichen Belastung eine Pause und sich selbst viel Ruhe. Den reduzierten Zuckerkonsum sollten Sie im übrigen dauerhaft beibehalten.
  2. Sofern Ihnen der Zahnarzt keine Schmerzmittel verschrieben hat, besorgen Sie sich frei verkäufliche Schmerzmittel in der Apotheke. Ibuprofen oder Paracetamol wirken gut gegen Zahnschmerzen, sind aber immer nur zeitlich begrenzt eine Option zur Schmerzlinderung. Besprechen Sie die Dauer und Menge der Einnahme mit dem Apotheker oder Ihrem Zahnarzt.
  3. Greifen Sie auf altbewährte Hausmittel zurück, wenn Sie keine Schmerzmittel zur Hand haben oder diese nicht gut vertragen. Nehmen Sie eine Gewürznelke und kauen im Bereich des Schmerzherdes sanft darauf herum. Das frei gesetzte Nelkenöl wirkt antiseptisch. Alternativ verdünnen Sie ein paar Tropfen reines Nelkenöl mit Wasser und tupfen es mit einem Wattestäbchen behutsam auf die schmerzende Stelle.
    Eine Tinktur mit Teebaumöl eignet sich ähnlich gut gegen Entzündungen. Das Öl wirkt desinfizierend und lindert vorübergehend den Schmerz. Achten Sie darauf, dass Sie es nicht schlucken.
    Auch Spülungen mit Kamillen- oder Salbeitee wirken entzündungshemmend.
    Das Kauen auf getrockneten Rosmarinblättern kann ebenso helfen, den Schmerz abklingen zu lassen.
  4. Wenn Sie weder Öle noch Kräuter daheim haben, bereiten Sie sich eine Salzlösung zu. Dazu benötigen sie lediglich Jodsalz und warmes Leitungswasser. Geben Sie ein paar Löffel Salz in ein Glas Wasser und spülen Sie damit circa ein bis zwei Minuten den Mundraum aus. Das Salz wirkt heilend und entzieht entstandene Bakterien. Achten Sie darauf, dass Sie die Salzlösung nicht aus Versehen trinken.
  5. Sind Sie ein Fan homöopathischer Mittel? Dann empfehlen sich Arnica und Globuli Aconitum. Es wird oft bei akuten Beschwerden eingesetzt und kann Schmerzen stillen.
  6. Manchmal sind die einfachsten Mittel die effektivsten. Bei Schwellungen im Mundraum sind Kältekompressen, ein gekühltes Handtuch oder Eisbeutel ideal. Denn Kühlen kann den Schmerz erfolgreich betäuben.
  7. Eine Küche ist nicht nur zum Kochen da. Sie bietet oftmals Heilmittel gegen Schmerzen. Zerkleinern Sie eine Zwiebel, packen Sie diese in ein dünnes Küchentuch und legen Sie es auf die schmerzende Stelle an die Wange. Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken antibakteriell.
    Umschläge mit Wirsingblättern können ebenfalls schmerzstillend und abschwellend wirken. Das liegt an den Enzymen des Wirsing-Gemüses.
  8. Verzichten Sie eine Weile auf Alkohol und Tabak. Denn beides erhöht das Risiko, dass die neue Zahnfüllung nicht hält.

Vorsorge ist besser als jede Füllung

Um Karies langfristig und dauerhaft vorzubeugen, ist Prophylaxe ist unerlässlich! Dazu gehören neben einer täglichen Zahnpflege auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die mindestens einmal jährlich wahrgenommen werden sollten. So lassen sich Kariesinfektionen bereits im Anfangsstadium erkennen und frühzeitig erfolgreich behandeln. Je früher der Zahnarzt ein Loch entdeckt und behandelt umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen.

Bürsten Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich und nie sofort nach dem Essen. Nutzen Sie eine elektrische Zahnbürste und optimieren Sie gleichzeitig Ihre Mundhygiene. Zahnseide oder Dental-Sticks eignen sich gut, um Zahnzwischenräume von Speiseresten zu befreien. Spülen Sie Ihren Mund öfter mal mit Wasser aus. Das alles sind einfache Maßnahmen zur Prophylaxe, die für die Gesundheit Ihrer Zähne förderlich sind und das Risiko vom Kariesbildung minimieren.

Dentalplanet

Hallo! Ich bin Dr. Martin Hartmann. Ich bin Zahnarzt und führe täglich meinen Beruf aktiv aus. Das Verfassen von verständlichen und dennoch informativen Fachartikeln macht mir neben meinem Hauptberuf unheimlich viel Spaß. Insbesondere spezialisiere ich mich auf die Behandlung von ängstlichen und panischen Patienten.

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